Bomben, Steinkrüge & tolle Leute – Amerikas geheimer Krieg in Laos

in einem Restaurant am Wegesrand

 

 

–Nordlaos in Bildern–

 
 
 
7 Tage Viantiane waren definitiv genug, so das ich mein Vietnamvisum nicht so wie geplant in Laos sondern in China machen werde.
Nun blieb mir noch eine Woche Laos in der ich die Plain of Jars besucht habe sowie wieder in den Norden zum einzigen offenen Grenzübergang für Touristen nach China gefahren bin.
Die Plain of Jars, auch Ebene der Tonkrüge genannt, liegen in der Nähe der Ortschaft Phonsavan.
Dabei handelt es sich um grosse Steingefäße die bisher noch niemand datiert und wissenschaftlich Untersucht hat und die mehr oder weniger geordnet auf einer grossen Hügelfläche herumstehen.
 

 

Die Unordnung rührt daher, das Amerika im Vietnamkrieg die Ebenen um Phonsavan Flächenmässig so Bombardiert hat das fast jeder Quadratmeter einen Krater aufweist.

Laos ist bis Heute das meistbombardierte Land der Erde. In den 10 Jahren des Indochinakrieges hat Amerika eine neue Kriegsführung im eigentlich neutralen Laos ausprobiert.
Es wurden mehr Bomben über Laos abgeworfen als im zweiten Weltkrieg über Deutschland und Japan zusammen.
Auf jeden Einwohner kamen zwei Bomben und knapp ein drittel der Bevölkerung waren auf der Flucht. Die übriggebliebenen Streubomben töten heute noch jeden Tag einen Laoten.
 

 
Jo Pereira findet es unerträglich, dass noch heute – 35 Jahre nach dem Ende des Krieges – Menschen von Streubomben getötet werden. Was die Zahlen der Clusterbomben-Abwürfe über seinem Gebiet und deren Opfer betrifft, kann sich kein Staat mit Laos vergleichen: Zwischen 1964 und 1973 wurde im »geheimen Krieg« der CIA gegen das neutrale Laos alle acht Minuten eine Bombe abgeworfen. 270 Millionen Streubomben gehörten zu der Bombenlast von insgesamt zwei Millionen Tonnen, die aus der Luft auf W&¨lder und Felder hagelte. Wobei der Anteil der Blindgänger bei 30 Prozent lag. So hinterließ der Krieg 80 Millionen »Bömbchen«. 15 der 17 laotischen Provinzen wurden offiziell als von Blindgängern verseucht anerkannt.
 
Die UXO, ein Verein der in Laos die Bomben räumt ist einer der grössten Arbeitgeber im Land.
Amerika hat bis heute keinerlei Reparationszahlungen an Laos geleistet.
Mehr Informationen zu dem Thema sowie eine sehr interessanten Reportage kann man sich unter diesem Link zu gemüte führen.
Vor über 30 Jahren erschütterten die Bilder des Vietnamkrieges die Weltöffentlichkeit. Es war der erste Fernsehkrieg der Geschichte.

Davon, dass dieser Krieg auch im Nachbarland Laos geführt wurde, ist hingegen bis heute so gut wie nichts bekannt. Vom Geheimkrieg in Laos gibt es so gut wie keine Bilder. Er ist ein unaufgearbeitetes Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und das, obwohl dieser Krieg bis heute nicht wirklich beendet und obwohl er die größte und spektakulärste Geheimoperation in der Geschichte der CIA ist. Deren Ziel: die Zerstörung des Ho-Tschi-Minh-Pfades, der Versorgungsroute der Vietcong, die zu Teilen durch den laotischen Dschungel verlief.

1962 errichtet die CIA in Long Cheng eine Luftwaffenbasis, die mit 40.000 Einwohnern zur zweitgrößten Stadt von Laos heranwächst. Hier starten und landen bald täglich bis zu 400 Bomber und Frachtflugzeuge – zeitweise ist Long Cheng der verkehrsreichste Flugplatz der Welt. Die Stadt ist auf keiner Landkarte verzeichnet und wird selbst vor dem US-Kongress geheim gehalten. Die Finanzierung dieser Basis verdankt sich verdeckten Drogengeschäften des Geheimdienstes.

 
 
 

 

Nach einem Tag bei den Plain of Jars wollte ich mit dem Bus weiter nach Udomxay fahren. Dazu musste ich in einer winzigen Ortschaft umsteigen. Leider konnte mir niemand sagen ob am selben Tag ein Bus weiterfährt und da es gerade sehr stark geregnet hatte bin ich einfach im Bus sitzen geblieben und bis Sam Neua weitergefahren.

Die Fahrkarte war die selbe und ich musste nichts nachbezahlen obwohl es die doppelte Strecke war. Aber mit dem Buspreisen habe ich in Laos sowieso nicht durchgesehen.
Von Luag Prabang hat die Fahrkarte nach Viantiane und Viang Vieng den selben Preis gekostet obwohl Viantiane weiter entfernt war. In umgekehrter Richtung war der Preis verschieden.
Und der Preis von Phonsavan wurde mir auch zweimal am Schalter anders genannt.
So bin ich also in Sam Neua oder Xam Neua gelandet. Die unterschiedliche Schreibweise der Städtenamen liegt an dem jeweiligen Übersetzer. Das fing schon in Thailand an und in China habe ich das gleiche Problem. Da die Sprachen reine Lautsprachen sind gibt es unzählige verschiedene Schreibweisen für ein und dieselbe Ortschaft. Das ist ziemlich unglücklich wenn ich mit dem Navy im Handy eine Strasse oder Ortschaft suchen möchte, meist stimmt einfach die Schreibweise nicht überein und ich finde einfach nichts.
 
 
Hier habe ich ein kanadisches Pärchen wiedergetroffen welches ich aus Chiang Rai in Thailand kannte. Sie gaben mir den Tip nach Viengxay zu fahren und einige Höhlen anzuschauen.
Gesagt getan, am nächsten Tag saß ich mit zwei Slowenen im Minibus nach Viengxay.
Die Pathet Lao, die frühere Wiederstandsbewegung hatte hier ihr Hauptquartier.
 
 
In der Ortschaft waren zum Vietnamkrieg ca. 20000 Menschen in Höhlen untergebracht.
Neun Jahre in einer Höhle wohnen und ständigen Bombardements ausgesetzt sein stelle ich mir nicht wirklich angenehm vor.
 
 
Es gab ein Krankenhaus, ein Theater, ein Postamt und alles was man so zum Leben benötigte.
Die laotische Führungsriege hat hier auch die neun Jahre ausgehalten.
Die Führung durch die verschiedenen Höhlen war sehr interessant und erinnerte etwas an eine kommunistische Propagandaveranstaltung, was ich den Laoten nach alledem nicht verübeln kann.
Jedes Jahr besuchen rund 5000 Menschen diese Ortschaft. Mich hätte mal interessiert wieviele Amerikaner dabei sind aber ich habe vergessen zu fragen.
Zurück ging es auf einer Ladefläche eines Pickup da die offiziellen Busse nur bis 14 Uhr fuhren und wir doch ganz gerne die Führung bis zum Ende machen wollten.
Auf dem Weg haben wir noch ein paar Franzosen aufgelesen welche am Vormittag die gleiche Tour mitgemacht hatten und mit mir am nächsten Tag mit dem Bus in dieselbe Richtung fuhren.
In Viengxay meiner vorletzten Station auf dem Weg nach China haben wir (die Franzosen und meinereiner) eine super Unterkunft gefunden in der ich gerne einige Tage geblieben wäre, nur leider
war mein Visum zwei Tage später zu Ende und ich wollte keine 10 Dollar bezahlen für jeden Tag den man länger bleibt so das ich mich schweren Herzens am nächsten Tag weiter Richtung Grenze aufgemacht habe.
Das war dann auch die unbequemste Busfahrt die ich bisher mitmachen dürfte. Es ging über eine Schlaglochpiste, ganze 5 Stunden im Schneckentempo im Minibus voran, aber was für Schlaglöcher….mir tut immer noch alles Weh wenn ich nur daran Denke.
Am nächsten Morgen saß ich dann aber wieder einigermaßen Erholt im Bus von Muang Xai über Boten (Laos) und Mohan (China) nach Mengla in China. Und die beiden anderen Langnasen die im Bus zwischen den Chinesen saßen waren zufällig ein deutsches Pärchen, die ersten Deutschen die ich seid einem Monat getroffen habe.
Die Strasse zur Grenze war die beste die ich in Laos fahren dürfte. Das liegt glaube daran das Thailand und China eine Verbindung durch Laos finanzieren um besser Waren und Leute (Touristen) austauschen zu können und das wird ein Abschnitt derselbigen sein. Uns kamen auch eine Menge chinesischer Reisebusse entgegen.
 
 
So ging dann für mich die letzte und anstrengenste Woche in Laos zu Ende. Streubomben, eine Menge alter Steinkrüge als ungelöstes Rätsel und jede Menge toller Bekanntschaften.
Ich komme auf jeden Fall wieder!

 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.