Die billigste Möglichkeit Machu Picchu zu besuchen

Machu Picchu
 
In Lima traf ich Sebastian der hier drei Wochen Urlaub machte und mit dem ich mich bereits in Berlin verabredet hatte.
Wir fuhren einen Tag später mit dem Bus für 35 oder 40 Soles in 21 Stunden nach Cusco. Der Bus war sehr bequem mit einer Art von Schlafsesseln und hatte sogar WIFI an Bord. Da Sebastian nicht so viel Zeit hatte machten wir dann schon drei Tage später den Salcantay Trek nach Machu Picchu.
Obwohl es mir mit der Höhe noch nicht so gut ging.
Als wir auf den 3416 Metern ankamen und zum Hotel einige Stufen steigen sollten bin ich bald zusammengebrochen und musste mich erst einmal 10 Minuten erholen.
Na ja, die nächsten Tage schleppte ich mich dann recht gut die Treppen zu unserer Unterkunft hoch so das ich eigentlich dachte ich wäre fit zum Treken.
 
Machu Picchu
 
Cusco ist eine merkwürdige Stadt. In Form eines liegenden Pumas gebaut wird sie durch zwei Flüsse getrennt.
Früher war hier das kulturelle Zentrum und die Hauptstadt der Inkas.
Immer wenn die Inkas einen Stamm unterworfen hatten mussten die Herrscher und einige höher gestellte Persönlichkeiten nach Cusco ziehen um hier die neue Kultur kennenzulernen.
Die Herrscher blieben als hohe Persönlichkeiten in Cusco und die höhergestellten Personen wurden nach einiger Zeit in ihre Heimat zurückgeschickt um dort das Staatsgeschehen zu lenken.
Zusätzlich wurden die besten Handwerker, Goldschmiede und Weber in die Stadt geholt um für den Inka die schönsten Sachen herzustellen.
Dadurch wohnten mit den Jahren sehr verschiedene Kulturen und Nationen in dieser quirligen Metropole.
Nachdem die Spanier den Inkaherrscher in ihre Gewalt gebracht hatten kamen ein haufen ungehobelter Räuber nach Cusco um das Gold einzufordern was der Inkakönig für seine Freilassung bezahlen wollte. Dabei Zerstörten sie einen Teil der Tempel und Verzierungen die Reichhaltig in der Stadt zu sehen waren.
 
Wen das Thema näher Interessiert dem ist das Buch „Die Eroberung Perus von William Prescott“ ans Herz gelegen.
Dort ist sehr viel zur Geschichte der Inkas bevor die Spanier Peru erreichten sowie natürlich auch zur Eroberung des Landes geschrieben!
 
Na ja, jedenfalls besetzten die Spanier nach der Tötung des Inka Königs die schönsten Häuser und Paläste in der Stadt und setzten eine Marionettenregierung ein. Diese ließ sich das ganze aber nicht lange gefallen und sie begann einen Krieg gegen die Besatzer.
Schlussendlich verloren sie leider aus verschiedenen Gründen die Aufstände gegen die Besatzer und wie uns die Geschichte lehrt konnten die Spanier anschliessend einige Jahrhunderte lang Südamerika in Ruhe ausbeuten, was leider bis heute immer noch anhält, auch wenn nunmehr andere Leute das Ruder zum Ausbeuten von Land und Leuten in die Hand genommen haben.
 
Um zum Thema zurückzukommen, was die Spanier in Cusco nicht zerstörten wurde von den Peruanern angerichtet. Bei einem Angriff wurde zb. die halbe Stadt mit Brandfeilen unter Beschuss genommen und dabei wurde natürlich sehr viel Zerstört.
Die gewaltigen Grundmauern der einstigen Paläste und Tempel sind aber noch sehr gut erhalten und bezeugen die einstige Grösse dieser Gebäude.
 

 
Die Altstadt ist ziemlich nett anzusehen da die Stadtverwaltung den Bau von Neubauten dort untersagt hat.
Die Sadt ist ziemlich von Touristen geprägt und am Wochenende sind die Clubs dort sehr gut gefüllt. Ich habe bisher keine Stadt in Südamerika gesehen wo man so viel Party machen kann.
Es herrscht aber auch eine etwas merkwürdige Stimmung.
Die Leute auf der Strasse sprechen dich immer an um dir eine Massage zu verkaufen oder in ein Restaurant zu bekommen. Das ist ja nicht weiter schlimm aber wenn man fünfmal am Tag von der selben Person angesprochen wird und das drei Wochen hintereinander dann stimmt doch was nicht…
Das Phänomen habe ich mir auch von anderen bestätigen lassen. Man vergisst dort einfach sehr viel.
 
Ich bedanke mich hiermit Herzlichst bei Sebastian!
Er hat die meisten Bilder für Machu Picchu zur Verfügung gestellt und auch einige aus Cusco. Waren zwei viel zu kurze Wochen die viel spass gemacht haben…
Meine Kamera  ist leider nach genau 13 Monaten kurz hinter dem Salkantay Pass kaputt gegangen. Die Reparatur hat etwas länger gedauert… Das steht in der nächsten Geschichte.
 

 
Nun aber zum Salkantay Trek nach Machu Picchu. Den Trek bin ich mit Sebastian im November selbst gelaufen.
Allerdings ohne Touranbieter und mit Zelt und etwas Essen im Rucksack. Man sollte aber nicht zu viel zum Essen mitschleppen und sein Gepäck möglichst klein halten!
Das Problem ist, das man am ersten Tag bzw in der ersten Nacht keine Gasthäuser findet.
Man fährt von Cusco in zwei Stunden nach Mollepata.
Danach wandert man 4-6 Stunden zum Zeltplatz an welchem man wenigstens ein paar Snacks und warmes Wasser bekommen kann.
Dabei ist man dann schon etwas über 3000 Meter was mir die letzte Stunde Fussmarsch auffiel. Denn über 3000 begann ich ordentlich zu schnaufen obwohl ich noch vor kurzem die 4000er im Himalaya hoch gerannt bin.
 
salkantay trek nach Machu picchu 
 
Der zweite Tag ist hart, da man über den Salkantay Pass auf 4600 Meter rüber muss.
Da musste ich echt alle 10 Minuten für 5 Minuten pausieren da nichts mehr ging. Dabei überholten wir aber sogar noch eine Gruppe die zwei Stunden vor uns losgelaufen waren und kein Gepäck schleppen mussten. Das waren welche, die eine 10 Tagestour gebucht hatten und in Luxuslodgen übernachteten, dazu unten mehr…
Danach ist eigentlich lockeres Bergab laufen angesagt.
Die anderen Tage kann man in Unterkünften schlafen und auch warmes Essen findet man ab dem zweiten Abend in verschiedenen Wirtschaften.
Ansonsten sind über den Weg Verkaufsstände für kleine Snacks und Trinken verteilt.
Die meisten waren allerdings im November geschlossen. Ein- zweimal am Tag kommen aber geöffnete.
Der Weg ist einfach zu finden und man hat Gruppen, die man immer wieder trifft.
 
Am dritten Tag kommt man nach La Playa, eine kleine Ortschaft mit einigen Unterkünften. Von hier kann man leicht ein Transport nach Santa Teresa bzw Hydroelectric finden.
 
Am letzten Tag läuft man (wenn man denn noch kann und Lust hat) über einen Berg und kommt an einigen Ruinen vorbei von denen man einen tollen Blick nach Machu Piccu hat, wenn denn keine Wolken dran hängen.
Wir hatten Glück und genau zum Mittag zogen die Wolken auf und wir hatten eine Stunde einen Traumblick nach MP. Vom Berg läuft man dann hinunter zur Eisenbahn.
Von der Endhaltestelle der Eisenbahn in Hydroelectric läuft man nochmal zwei Stunden an der Bahntrasse entlang nach Aguas Calientes, die Ortschaft am Eingang zu Machu Picchu.
Oder man nimmt ab hier den überteuerten Zug, glaube 15 Dollar wollten die für Gringos haben.
 
 Hydroelectric,  der letzte Bahnhof auf der Strecke nach machu picchu 
 
Es gibt natürlich auch die Varianten eines Touranbieters.
Aber ganz ehrlich, ich persönlich finde das schon ganz schön teuer wenn man bedenkt wie viele Leute dabei durchgeschleust werden…
 
Die billigste Tour habe ich für 120 – 150 Dollar gehört allerdings nicht Persönlich gesehen.
Die für 150 Dollar sind fast überall in Cusco ausgeschildert.
In diesen Gruppen sind dann 20 – 30 Leute. Wir haben eine solche Massengruppe auf dem Weg getroffen.
Vom Preis her würde ich sagen, das ist noch in Ordnung wenn man die gesamten Ausgaben anschaut die wir auf dem Trek hatten.
Dabei ist es glaube auch egal ob man 30 Dollar mehr bezahlt, da die Touranbieter wohl in den billigen Gruppen die Leute zusammenziehen.
 
Mir ist noch eine Trekingvariante eingefallen.
Dies ist ein 10 Tages Trek der durch sogenannte Eco Lodgen geht, die den gesamten Weg über gebaut wurden.
Dummerweise darf man in diesen Lodgen ohne eine Tour gebucht zu haben nichts Essen.
Die Preise für eine Übernachtung liegen laut einem Einheimischen zwischen 200 und 300 Sol.
Wir haben zwei Gruppen getroffen die diese Tour gelaufen sind und dort musste man pro Person um die 2000 Dollar berappen….
Allerdings sehen die Lodgen sehr nett aus und man bekommt unterwegs allen Luxus den man braucht (incl Pool). Nur laufen muss man selbst
 
 
auf dem Weg von hydroelectric nach Machu picchu 
 
In Aguas Calientes gibt es unzählige Möglichkeiten zum Übernachten und somit hat man auch die Möglichkeit die Preise etwas zu drücken. Wir haben ein Hotel gefunden wo wir pro Person nur 20 Soles bezahlen mussten.
Die Thermalquellen war ziemlich überfüllt. Es gibt zwar einige Becken aber das wirklich warme Becken war natürlich gut belagert.
 
Wir sind am nächsten morgen nach Machu Picchu hochgelaufen.
Man läuft eine gute Stunde aus Aguas Calientes und hat dabei eine tolle Vogel- und Tierwelt und nur von den vielen Bussen gestört wird die ständig mit einer grossen Staubwolke an einem vorbeirauschen. Zum Glück läuft man nur den kleinsten Teil an der Strasse entlang.
Die Busfahrkarte hat nochmal 15 Dollar zum Eintritt gekostet und je später man am Tag losfährt umso länger kann man für den Bus anstehen.
Eine Eintrittskarte für Machu Picchu zu bekommen stellte auch kein Problem dar. Die Haupteintrittskarte zur Ortschaft kostete ca. 140 Soles und für den Hügel daneben nochmal ca. 40 Soles. Denn direkt neben Machu Picchu gibt es zwei kleinere Hügel bzw Berge. Zu dem einen sind die Eintrittskarten sehr begrenzt und man muss mindestens eine Woche vorher für diesen Hügel buchen. Dort sind noch einige Tempel und Gebäude zu besichtigen.
Aber für den anderen Berg war es kein Problem eine Karte zu erwerben, auch wenn man auf diesen eine knappe Stunde Treppen hoch laufen muss, was wir natürlich auch taten.
Das Panorama von dort oben ist einmalig. Das ist auch das Panorama welches man auf allen Postkarten und Infos zu MP sieht.
Wir hatten uns etwas zu essen und ein Gipfelbier mitgenommen und genossen einige Stunden die ganze Szenerie. Es ist aber offiziell verboten Lebensmittel und Getr&¨nke mit hineinzunehmen und ab und an werden die Taschen der Leute kontrolliert. Also bitte nicht mehr wie einen leichten Rucksack mit hinein nehmen.
Wir hatten auch super Glück mit dem Wettergott und es waren nur einige Wolken die das ganze Bild perfekt abrundeten.
Einen Tag vorher waren wir ja auf der anderen Seite des Tales als die Wolken netterweise zum Mittag aufrissen um uns einen Blick auf die Anlage zu gewähren. Wir trafen ein paar Leute die bereits einen Tag vorher oben waren und sie meinten man stand die ganze Zeit im Nieselregen mit keinerlei Sicht (das kenne ich doch noch von meinem Langtang Trek in Nepal), so das sie sich noch einmal eine Eintrittskarte für den nächsten Tag gekauft haben.
 
machu picchu zeigt sein wahres gesicht
 
Wir wollten erst mit der Eisenbahn zurück fahren aber da die billigste Fahrkarte bei 45 Dollar lag haben wir uns für eine andere Möglichkeit entschieden zurück nach Cusco zu gelangen.
Dazu läuft man erst einmal von Aguas Calientes zurück nach Hydroelectric. Anschliessend teilt man sich ein Taxi mit mehreren Leuten wobei wir dort 10 Soles pro Person nach Santa Maria bezahlt haben. Die Strasse ist schon ganz schön Grenzwertig und unser Taxifahrer hat ordentlich Gas gegeben so das wir in 1,5 Stunden dort waren.
Von Santa Maria haben wir dann einen Minibus nach Cusco genommen der uns ganze 25 Soles gekostet hat und für die Strecke knappe 5 Stunden benötigte. Dabei ging es nochmal durch die Wolken und einem Pass über 4500 Metern.
Das ist die billigste Methode um von bzw nach Machu Picchu zu gelangen.
Ehrlich gesagt ist die ganze Angelegenheit schon die reinste Abzocke und man muss ordentlich Geld liegen lassen wenn man normal nach Machu Picchu gelangen möchte.
Ich fange jetzt nicht noch von den Essenspreisen am Eingang zum Gelände an…
Etwas Abseits an den Treppen stehen im übrigen Einheimische die Getränke zu normalen Preisen verkaufen.
 
 

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