Free Climbing in Muktinath

Himalaya,
 
 
Ausgemacht war das wir den Weg nach Jomson (3000 m) mit dem Bus fahren und zurück hinunter laufen wollten. Man kann in zwei bis drei Tagen von Pokhara mit Minibussen bis nach Jomson fahren und wenn man ganz lauffaul ist geht es von dort weiter mit Jeeps bis nach Muktinath auf 3800 Meter Höhe.
Da es aber inzwischen mit 11 Uhr etwas spät war bin ich direkt von Pokhara losmarschiert, anstatt wie verabredet den Bus nach Beni zu nehmen. 
Nach 8 Stunden Fussmarsch und einer falschen Abbiegung meinerseits habe ich in einem kleinen Bergdorf namens Tamagi übernachtet.
Heilfroh überhaupt eine Unterkunft in dieser Gegend zu finden, kurz vor einem Gewitter und nach dem ewigen Bergauflaufen sowie zwei Stunden länger umherwandern ziemlich erschöpft, fand ich zu der Ortschaft zurück welche ich zwei Stunden zuvor passiert hatte.
Das beste war natürlich die kalte Dusche kurz vor dem Gewitter an einem grossen Fass mit eiskaltem Bergwasser sowie einem kleinen Eimer und einer netten Aussicht.
Eine sehr interessante Erfahrung und ein guter Einstieg in die Gastfreundschaft der nepalesischen Bergbevölkerung. Die Küche bestand aus einer offenen Feuerstelle in der Mitte des Raumes sowie einigen Schemeln zum sitzen.
Im Anschluss an ein hervorragendes Dalbath dürfte ich mir dann den Schlafraum mit dem Besitzer, seiner Ehefrau sowie zwei Kindern, die irgendwann Nachts zum schlafen kamen teilen.
Über einem Bett war eine kleine Öffnung in der Wand durch welche am morgen Bienen ein- und auskehrten. Ich habe zum Glück im Bett gegenüber genächtigt. 

 

 

Am n&¨chsten Morgen ging es dann mit dem Zeigen des richtigen Weges weiter Die nächste Ortschaft Bhadaure mit den Guesth&¨usern lag nicht mal eine Stunde Fussmarsch entfernt.

Jedenfalls bin ich Mittags an die neue Strasse in Nayaput gekommen welche von Pokhara über Beni nach Jomson ins Gebirge führt.

Noch am überlegen ob ich weiterlaufen sollte oder auf den nächsten Bus warten kam mir Hannes zuvor, indem er in selbigen sass und mir zuwinkte.
Er hatte es doch tatsächlich geschafft den Bus am Vormittag zu nehmen, so das wir nun zusammen in drei Stunden weiter nach Beni fuhren.
Beni (820 m) ist nun nicht gerade eine Ortschaft wo man sich länger aufhalten möchte, so das wir von hier nach einem Bus nach Tatopani ausschau hielten.
Es konnte einem allerdings niemand sagen ob bzw wann überhaupt noch ein Bus fahren würde. Da es erst um vier Uhr Nachmittags war haben wir uns vorgenommen etwas zu warten bevor wir uns ein Hotel suchen wollten und siehe da, keine 20 Minuten später fuhr auf einmal ein kleiner Minibus wie von uns bestellt in Richtung Tatopani.
Das ist in Nepal aber schon Typisch, früh morgens fahren meist ein bis zwei Busse zur vorgegebenen Zeit oder auch früher, was ich leidlich erfahren dürfte (dazu später mehr) und wenn man Glück hat und sich genug Leute finden fahren selbige auch zu anderen Zeiten.
 
 
Nach zwei Stunden Busfahrt von Beni nach Tatopani (1189 m) angekommen haben wir uns sogleich zu den heissen Quellen direkt am Fluss begeben, welche von den Wanderern und inzwischen auch von den Einheimischen gut angenommen werden.
Das sind auch die besten heissen Quellen die ich auf der Wanderung bzw in Nepal gefunden habe. Ein kleines Restaurant gehört ebenfalls dazu. Abends bei Regen mit einem Bier in der Hand im heissen Wasser zu relaxen hat schon was für sich.
Die Einheimischen wollten wohl zu Anfang nicht ohne Schuhe in das „schmutzige Wasser“ steigen.
Am nächsten Tag haben wir uns etwas die nähere Umgebung angeschaut und einen Tag später sind wir mit dem Bus nach Lete (2470 m) weitergefahren.
 
D.h. wir wollten weiterfahren und haben uns an die Strasse gestellt um auf den Bus zu warten welcher irgendwann zwischen acht und zehn Uhr fahren sollte.
Nach einigen Minuten Warterei kamen einige festlich gekleidete Nepalesi mit Hühnern und erklärten uns das sie zu einem Wasserfallfest in der Nähe fahren würden. Kurzentschlossen sind wir bei den Leuten im Bus mitgefahren da es sowieso in unsere Richtung ging.
Nach einer Stunde Busfahrt kamen wir an einem riesigen Wasserfall an. Einmal Jährlich wird hier das Wasserfallfest abgehalten (Dienstag, 29. Mai 2012). Ich weiss aber nicht ob jedes Jahr am selben Datum.
Dazu bringen alle Leute der Umgebung Hühner sowie Ziegen zum schlachten vorbei. Kurz vor dem Wasserfall sowie etwas höher neben einer Fallstufe ist jeweils ein kleiner Tempel an welchem ziemliches Gedränge herrscht und wo im Minutentakt die Tiere geschlachtet werden.
Wozu dies genau geschieht haben wir leider nicht herausfinden können aber die getöteten Tiere werden anscheinend ausgenommen und wieder mit nach Hause gebracht.
 

 
Nach zwei Stunden am Wasserfall kam endlich ein Bus welcher uns zum eine Stunde entfernten Ghasa (2012 m) mitnahm. Nach einer kleinen Mittagspause ging es von hier weiter.
Im Bus saßen festlich gekleidete Einheimischen welche einige Lieder zum besten gaben. Nach zwei weiteren Stunden erreichten wir ziemlich durchgeschüttelt Lete (2470m), unserem nächsten Zwischenstop.
 
Lete ist jetzt nicht gerade die supertolle Ortschaft, allerdings gibt es genug Unterkünfte. Und wer es luxuriöser mag, am Ortseingang richtung Johmson wird gerade eine grössereres Hotel gebaut, wahrscheinlich für die Leute welche direkt nach Johmson fliegen und das nötige Kleingeld mitbringen. Ausserdem gibt es auch sowas wie ein Internetcafe (man benutzt den Laptop vom Besitzer) in einem Gasthaus welches aber mehr wie langsam war, zumindest als ich meine Mails abrufen wollte.
Ausserdem kommt an selbigen Ortseingang ein kleiner Wasserfall die Berge herunter in welchem man morgens hervorragend im Wasser in einem kleinen Pool liegen kann. Leider nicht sehr lange da das Wasser doch ziemlich kalt ist aber das ist sehr erfrischend.
Nach dem Bad im Wasserfall ging es erst einmal zu Fuss über Kokhethanti auf der anderen Flussseite weiter.
 
Kokhethani ist eine kleine gemütliche Ortschaft welche ich beim nächsten mal, falls ich nochmal vorbeikommen sollte, einer Übernachtung in Lete vorziehen würde.
Nach einer Stunde Fussmarsch ereichten wir wieder die Strasse und liefen selbige weiter da leider nur Busse in die Gegenrichtung fuhren.
Kurz vor Larjung bzw Kobang (2500 m) kam endlich ein Bus nach nunmehr fast zwei Stunden Wanderung in Richtung Jomson vorbei.
Super glücklich setzten wir uns hinein um 5 Minuten später anzuhalten und den Bus wegen einer defekten Brücke verlassen zu dürfen und den kleinen Fluss zu Fuss zu überqueren.
Auf der anderen Seite warteten schon einige Busse die uns dann in drei Stunden über einige gefährlich aussehende Holzbrücken nach Jomson (2713 m) brachten.
 
Ab Jomson kann man nur noch mit Jeeps oder zu Fuss nach Muktinath weiter, da es hier nur schmale Fussgängerbrücken über den grossen Fluss Kaligandaki gibt. Man läuft oder fährt an diesem Fluss den gesamten Trek von Tatopani bzw von Beni bis Kagbeni entlang.
In Jomson gibt es einen Flugplatz welcher als sehr gefährlich gilt. 14 Tage vorher ist ein Flugzeug an einem Berghang zerschellt. Dieses Wrack war noch sehr schön am Hang zu erkennen. Schön vor allem für ein- und ausfliegende Touristen.
 
Von Jomson sind wir nun endlich zu Fuss weitergelaufen. Hier gibt es ebenfalls Internet da für den Flughafen eine grosse Funkstation gebaut wurde.
Wir haben für die Strecke von Pokhara nach Jomson mit laufen und fahren 4 Tage benötigt. Man kann es aber auch in zwei Tagen schaffen. Die Einzelstrecken mit dem Bus haben jeweils 200 nepalesische Rupien gekostet, bei dem heutigen Wechselkurs also rund 1,70 €. Insgeasmt habe ich für die Strecke von Pokhara nach Jomson knapp 10,- € bezahlt.
 
 
Das nächste Ziel war Kagbeni (2800 m). Dazu sind wir am Vormittag losgelaufen, erstens weil Regen in der Region meist am Nachmittag einsetzt und zweitens auf der Strecke ab mittag ein sehr starker Wind bzw halber Sturm einsetzt. Das liegt an der Gegebenheit das hier mehrere Schluchten zusammenlaufen.
Leider haben wir nicht nachgefragt und sind auf der linken Flußseite weitergelaufen um nach anderthalb Stunden feststellen zu können das man auf der linken Seite nicht weiterkommt, da der Fluss zu breit wird. Das ist auf der Wanderkarte auch nicht gut zu sehen gewesen.
Zum Glück ist uns auf dem Rückweg ein Militärtransport mit in Jomson stationierten Nepalesis auf einem Traktor und einem Hänger entgegengekommen, welche im Flussbett Steine auf den Hänger schaufeln wollten. Dies ist eine schöne und beliebte Arbeit hier in der Region, Steine aus dem Fluss zu den entlegensten Bergen zu transportieren. Wir sind einem Steintransport auf dem Weg von Kagbeni nach Muktinath begegnet. Es ist schon merkwürdig wenn man durch Steinlandschaften wandert und hier Steine aus dem Tal auf den nächsten Berg transportiert werden.
Jedenfalls nahm uns das Militär auf dem Hänger durch den Fluss mit so das wir kaum Zeit durch unsere unüberlegte Wanderung verloren haben.
 
Von Jomson (2713) nach Kagbeni (2800 m) sind wir letztendlich mit einem Mittagsstop in Ekle Batthi in fünf Stunden gelaufen.
Fertig vom vielen wandern 😉 und um uns an die Höhe zu gewöhnen haben wir in der uralten am Fluss gelegenen tibetischen Ortschaft zwei Nächte verbracht.
Es ist erlaubt von hier ein wenig in den Mustang Trek bis zur nächsten Ortschaft Tiri Gaon hineinzulaufen was wir auch taten. Eine tolle Ortschaft welche absolut sehenswert ist!
Der Mustangtrek ist normalerweise sehr teuer und es ist nur mit Guide erlaubt zu laufen. Aber seid einigen Jahren darf man bis nach Tiri gehen was zwischen ein und drei Stunden dauert. Dort gibt es auf einem Berg eine alte Gompa die wir leider nicht gesehen haben sowie in der Ortschaft selber ein kleines Guesthouse mit einheimischen Essen.
 

 
Am nächsten Tag sind wir nach Muktinath (3800 m) in nur 4 Stunden weitergelaufen. Die Ortschaft ist einfach nur Traumhaft gelegen und es gibt hier Internet was dem Hubschrauberlandeplatz zu schulden ist.
Wir haben uns ganze 3 Tage die Gegend und die uralten Tempel angeschaut.
Muktinath ist sowohl von den Hindus als auch von den Buddhisten ein Heiliger Ort, da hier unter anderem alle 4 Elemente Erde, Wasser, Feuer und Wind anzutreffen sind.
 
 
An einem Tag wollten wir auf den Thorong La (auch Thorung La oder Throng La, deutsch „Donnerpass“ 5416 m) laufen.
Leider haben wir die falsche Schlucht erwischt und sind erst einen kleinen Weg und später an einem Fluss einige Stunden entlanggelaufen. Das kam uns zu Anfang schon merkwürdig vor und nach einiger Zeit war es klar das wir nicht den richtigen Weg genommen hatten. Die Landschaft war aber trotzdem umwerfend so das dies nicht weiter ins Gewicht fiel.
Auf dem Rückweg hatte Hannes die glorreiche Idee den Gebirgsfluss in der Schlucht zu folgen statt den Weg den wir gekommen sind wieder zurückzugehen. Ich habe den Weg genommen da ich nicht Stundenlang zurück wandern wollte um zu sehen das es irgendwann nicht weitergeht und leider ließ er sich auch nicht von seinem Vorhaben abbringen.
Der Fluss wurde immer enger und es waren zahlreiche kleinere Wasserfälle dazwischen die Hannes zu Anfang noch gut mit klettern überwinden konnte. Er kam irgendwann an eine Stelle wo der Fluss die volle breite der Schlucht annahm und die nicht mehr mit klettern zu meistern war. Da er aber nicht zurückgehen wollte beschloss er an diesem Punkt den Steilhang 50 – 100 Meter zum Weg hochzuklettern.
Ich schreibe jetzt mal nicht das so etwas eine saublöde Idee ist, vor allem ohne Bergsteigerausrüstung und ohne jegliche Klettererfahrung.
Nachdem er einige Geröllhänge mehr durch springen als durch klettern überwunden hatte ging es für ihn nicht mehr vorwärts, geschweige denn rückwärts. Durch eine waghalsige Kletteraktion hat er es aber geschafft dem Tod im wahrsten Sinne des Wortes von der Schippe zu springen.
Da ich den alten Weg zurück gegangen bin habe ich von Hannes waghalsiger Kletteraktion auf über 4000 Meter natürlich nichts mitbekommen.
Ich habe mir viel Zeit genommen und die Gegend auf mich einwirken lassen. Kurz vor Muktinath trafen wir uns zufällig wieder und er war so verstört das er mir sein Erlebnis erst Stunden später berichten konnte.
Da hieß es nochmal Glück gehabt, ich hatte mir schon etwas sorgen um ihn gemacht.
 
 
Von Muktinath sind wir zwei Tage später in vier Stunden nach Lupra gelaufen.
Das ist eine kleine verschlafene Ortschaft auf dem Weg nach Jomson. Da das Wetter schlechter wurde und es schon etwas später war und der Mittagssturm zwischen Jomson und Kagbeni wütete beschlossen wir hier eine Nacht zu verbringen.
Dafür ging es für uns am nächsten morgen in 5 Stunden nach Marpha (2670 m) weiter. Ein wunderschönes Dorf welches von Apfelplantagen umgeben ist. Hier gibt es Äpfel in allen möglichen Variationen. Am besten haben mir die getrockneten Apfelscheiben welche man hervorragend als Energiespender beim wandern verwenden kann sowie der Apfelbrandy geschmeckt.
Marpha liegt etwas abgelegen in einer Bucht vom Fluss so dass der Wind nicht direkt ins Dorf weht. Es hat sehr schöne Lodgen die fast alle über einen tollen Innenhof verfügen.
Hinter Marpha bin ich einen Berg zwei Stunden zu weiteren Apfelplantagen und dem alten Marpha hinaufgestiegen. Dort fing es dann so stark an zu regnen (und hört nicht mehr auf) das ich kaum Chancen hatte die Aussicht zu geniessen und durchnässt bis auf die Socken am Abend zurückkam.
 

 
Nach zwei nächten in Marpha sind wir weitergewandert. Leider war unser Startzeitpunkt etwas ungünstig gewählt da es ab mittags anfing zu regnen so das wir es nur ins zwei Stunden entfernte Tukuche (2590 m) schafften.
Tukuche ist durch den Salzhandel zwischen Tibet und Indien reich geworden und seid einigen Jahren werden durch den aufblühenden Trekingstrom auch wieder die alten Häuser für den Tourismus genutzt nachdem es einige Jahrzehnte einen wirtschaftlichen Abschwung gab.
Hier findet man die meisten Manisteine auf dem gesamten Trek um den Anapurna.
Von hier ging es am nächsten Morgen nach Dhaiku welches kurz vor Dana (1400 m) liegt in 6 Stunden durch angenehme Wälder und tolle Wege zu Fuss weiter. Leider wussten wir nicht genau wie weit Dana entfernt war weshalb wir in einem Gasthaus an der Strasse nächtigten welches bis Dato das schlechteste auf unserem Trek sein sollte. Die Zimmer waren mehr wie einfach und mitten in der Nacht kam noch ein Laster zum nächtigen. Hannes wurde nachts aufgeweckt und gefragt ob er nicht Platz für den Fahrer machen könnte. Die Ankunft des Lastwagens habe ich nicht mitbekommen, dafür bin ich um fünf Uhr morgens durch den Motor und die Scheinwerfer welche mein Zimmer Taghell ausleuchteten wach geworden.
Nach einer schlechten Nacht sind wir früh morgens durch kilometerlange Hanffelder und in Begleitung eines Hundes in nur 6 Stunden nach Tatopani weitergelaufen. Auf dem Weg durch eine kleine Ortschaft wurde ich von einigen Bewohnern freundlich begrüßt. Sie erkannten uns von dem Wasserfallfest welches wir zwei Wochen vorher besucht hatten wieder.
 
Hannes hatte nun sein Pensum erfüllt und ist mit dem Bus zurück nach Pokhara gefahren. Ich hatte aber keine Lust mit dem Minibus die Strecke zu fahren und bin weiter zum ABC (Annapurna Basecamp) gewandert, schliesslich bin ich gerade warm geworden….
 

 

 

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