Dynamite im Supermarkt oder wie sprenge ich Richtig?

achtung dynamite
Da Uyuni nichts zu bieten hat und dazu Tagsüber ziemlich heiß werden kann sind wir wie oben schon geschrieben zunächst einmal in 4 Stunden für 35 BS nach Potosi gefahren.
Die anscheinend höchstgelegene Stadt der Welt war im 16. Jahrhundert neben London und Paris auch eine der grössten Städte der Welt.
Reich und berühmt wurde sie durch ihre Silberminen. In diesen haben so viele Indios ihr leben gelassen das ein Besucher Anfang des 16. Jahrhunderts berichtete das hier kein Silber sondern das Blut der Indianer verkauft wird.
 
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Grobe Schätzungen an getöteten Indios gehen von ein paar hundert Tausend bis zu neun Millionen aus. Mit dem Silber was hier bis ins 18. Jahrhundert gefördert wurde könnte man eine Brücke von Südamerika nach Europa bauen.
Irgendwann wurden die Indios knapp und so versuchte man schwarze Arbeitssklaven einzusetzen. Diese verstarben allerdings schon aufgrund der Höhe bevor sie überhaupt in den Minen ankamen.
Das Silbergeschäft zog sich weiter und hinzu kam Zinn, Kupfer und ein paar andere Erze.
 

In den 70ern des 19. Jahrhunderts verstaatlichte man die Minengesellschaften bis Mitte der 80er der Silberpreis durch Spekulationen in den Keller rutschte und eine grosse Anzahl an Mineros (Minenarbeiter) entlassen wurde. Daraufhin gründeten sich einige Genossenschaften welche die Schürfrechte vom Staat übernahmen.
Bis heute arbeiten in etwa 10000 Mineros in den einzelnen Genossenschaften wobei jede ihre eigene Mine betreibt. Heutzutage wird kaum noch Silber gewonnen, dafür ein paar andere Erze. Angeblich sind seid einigen Jahren auch keine Kinder mehr im Einsatz.
Die Minenarbeiter zählen in Potosi zu den best verdienenden Leuten was man unter anderem an ihren Autos erkennen kann.
Potosi existiert nur aufgrund seiner Minen und der Touristen die vermehrt hierher kommen um sich die Minen anzusehen. Der Berg ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse und sieht von aussen noch schlimmer aus.
 
Silbermine
 
Wir haben eine 5 Stunden Tour mit den „Big Deals Tours“ gemacht und waren ausserordentlich zufrieden mit unserer Tour. Diese ging am Anfang zwischen den Arbeitern los. Es ist schon ziemlich anstrengend und Schweiß treibend in den Gängen bei 4500 Meter, Staub und Hitze geduckt , teilweise fast auf allen Vieren durch die Gänge zu laufen.
In der Mitte der Tour machten wir Rast am Minengott und probierten den 96° Prozentigen Alkohol. Ein Teufelszeug.
Irgendwann kamen wir aus dem Tunnel heraus und lernten noch wie man Dynamit in die Luft jagt.
 
 
Potosi ist übrigens die einzige Stadt auf der Welt wo jeder frei im Laden Dynamit kaufen kann.
 
Koka and Dynamite
 
Am nächsten Tag sind wir noch zu den Hot Springs gefahren welche eine halbe Stunde vor der Stadt liegen. Die besten heissen Quellen in denen ich bisher baden durfte.
Ein kreisrunder See auf 4000 Meter der 30 Grad warmes Wasser zu bieten hat. Es gibt hier auch ein paar Snacks und Getränke, allerdings zu überteuerten Preisen. Man sollte sich seine Verpflegung besser mitbringen.
 
Hot spring in Potosi
 
Leider hatten wir uns für den Abend schon das Busticket nach La Paz besorgt sonst hätten wir hier noch eine Nacht gezeltet.
Wenn man die Möglichkeit besteht dann unbedingt hier Zelten! Ein traumhafter Ort dazu!
Am Abend ging es dann also mit einem schönen Sonnenbrand auf dem Rücken mit dem Nachtbus (Jumbo Bus Cosmos) in 8,5 Stunden für 52 BS zurück nach La Paz.
 

 

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