ein fantaststicher Park und eine uneinnehmbare Festungsanlage an der Karibikküste

In Cartagena de Indias traf mich dann erstmal der Hitzeschlag. Die letzten zwei Monate halbwegs in den Anden unterwegs waren da schon deutlich angenehmer wie hier das feucht schwüle Klima am Meer. Also nahm ich mir meine erste Unterkunft in Südamerika mit Klimaanlage so das man es Nachts recht angenehm hatte.
 
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Die Stadt besitzt einige Festungsanlagen und galt zu Zeiten der Seeräuber und anderer Banditen wie Spanier, Engländer und Portugiesen als uneinnehmbar.
Alles ziemlich nett anzusehen zieht diese Stadt jede Menge Touristen an. Die Altstadt hat eine kleinere Festungsmauer auf der man herumspazieren kann.
Ich habe mir auch das Castillo San Felipe de Barajas welches 1657 erbaut wurde und die Stadt überragt für 17000 Cop Eintritt angeschaut.
Das war ein reiner Zweckbau und man kann in den schmalen Gängen herumirren welche bei Verteidigungsfällen sicherlich mit jeder menge Munition gefüllt waren.
 

 
Was sich noch lohnt wenn man wirklich Langeweile hat ist der 3 Stunden entfernte Schlammvulkan El Totumo.
Entweder fährt man mit einer überteuerten Tour dorthin oder man setzt sich wie ich in den Bus zum Terminal. Dieser kostet 1700 Cop und braucht knapp 40 Minuten. Danach fährt man für 7000 Cop ungefähr 2 Stunden weiter zu einer Kreuzung wobei der Busfahrer schon darauf achtet das man richtig aussteigt. Hier warten auch schon die Motortaxis welche mich in knapp 10 Minuten für 3000 Cop zum Vulkan gefahren haben.
Der Vulkan selber ist ein Hügel in dem es etwas Blubbert. Ich hatte Glück da ich alleine im Schlammloch wühlen konnte.
 
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Das kostet dann nochmals 5000 Cop und wenn man ein Foto von sich haben möchte oder hinterher in der Lagune von Frauen abgespült werden will muss man alles extra löhnen.
Wenn man Pech hat kommt ein Touristenbus an und man muss dort anstehen da maximal 15 Leute in diesen Vulkan passen. Der Schlamm soll angeblich gut für die Haut sein. Man kann dort auch nicht untergehen da die Schlammpartikel ziemlich dicht sind. Ist ein komisches Gefühl wenn man versucht zu schwimmen. Aber allzuviel bewegen war sowieso nicht da man sonst anfängt zu schwitzen und wenn man nicht im Schatten steht dann ist das ganz schön anstrengend da man sich den Schweiß ja nicht abwischen kannwegen dem ganzen schlamm an den händen und armen.
Sich in der Lagune zu Waschen ist auch ganz schön ätzend da durch die vielen Leute die schon vor mir dort waren der Boden an der Waschstelle natürlich Meterdick mit dem Schlamm des Vulkanes bedeckt ist.
Nachdem ich fertig war kam auch schon einer der Touristenbusse an und die Horden stürzten sich in den Krater. Ich habe dann gerade noch den letzten Bus um drei zurück nach Cartagena erwischt.
Hätte ich gewusst wie schlecht man zu diesem Vulkan kommt bzw wie spät ich erst da sein würde hätte ich mir das Geld gespart. Ich war den ganzen Tag unterwegs und letzendlich vielleicht 30 Minuten an dem Schlammloch.
Das Phänomen eines solchen Vulkanes gibt es nicht wirklich oft auf der Welt und wenn es mal vorkommt dann meist nicht in solch kompakter Form in der man auch noch darin Baden kann.
 
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Nach 4 Tagen bin ich mit einem verrückten Busfahrer welcher meinte in Cartagena eine Raille fahren zu müssen zum Terminal geflogen und habe mich dann dummerweise für 30000 Cop in einen Bus gesetzt wo gesagt wurde das dieser direkt nach Santa Marta fährt, wir aber irgendwo auf der Strecke selbigen wechseln mussten.
Am besten man ignoriert die Schlepper an der Strasse und geht ins Terminal an einen der hinteren Schalter, da gibt es auch richtige Verbindungen ohne umzusteigen die auch noch günstiger sind und die wahrscheinlich direkt zum Terminal in Santa Marta fahren.
Der Bus liess uns dann nämlich nach 4,5 Stunden am Ortseingang von Santa Marta heraus.

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Kein Terminal in Sicht und auch keinen Plan wo genau ich denn wäre habe ich mir erstmal ein überteuertes Taxi in die Innenstadt mit einem Spanier geteilt und bin von dort dann noch weiter in 20 Minuten für 1200 Cop mit einem Minibus in das verschlafene Fischerdorf Taganga gefahren.
Taganga ist verschlafen, ruhig und zieht jede Menge Rucksacktouristen und am Wochenende viele Einheimische an. Es gibt ein paar Strände und einige kleine Restaurants.
Hier gibt es auch jede Menge Unterkünfte und Gasthäuser was sich gut auf die Preise niederschlägt. Billiger habe ich in Kolumbien nicht genächtigt.
 

 
Von hier habe ich dann ein paar Tage später meine Tour in den Tayrona Nationalpark gestartet.
Dieser wartet mit Jungel und überteuerten essen sowie Schlafgelegenheiten auf.
Falls man vor hat nach Venezuela zu reisen kann man den Park getrost auslassen da man in Venezuela genauso schöne Strände vorfindet an denen man nicht komplett ausgenommen wird.
Der Eintritt belief sich auf 37500 Cop und man wird wie an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gefilzt. Angeblich soll man keinen Alkohol und nicht soviel Plastik mit in den Park hineinnehmen. Das sah für mich aber eher danach aus das der Polizist oder das Militär nach Drogen suchten. 
Der Bus zum Park hatte mich 8000 Cop gekostet und im Park selber habe ich dann noch für 2000 Cop einen Minibus für die ersten 5 Kilometer genommen.
Die gemietete Hängematte schlug nochmals mit 20000 Cop zu und wenn ich mir mein Essen nicht mitgenommen hätte wären pro Mahlzeit nochmals mindestens 15000 Cop fällig gewesen.
Die Strände sind schon traumhaft und relativ voll, zumindest dort wo man gut baden kann.
Am ersten Tag lief ich direkt nach El Cabo. Wenn man in Arrecifes übernachtet bekommt man wohl eine Hängematte für 15000 Cop hat aber keinen Strand zum Schwimmen.
 
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Am zweiten Tag wollte ich zum Playa Brava laufen, nahm allerdings die falsche Abzweigung und landete 1,5 Stunden später schweißgebadet in Puebolito, einem alten Indianerdorf. Eine Rundhütte hat man wieder aufgebaut damit man eine etwaige Vorstellung davon hat wie es hier einmal ausgesehen haben könnte.
Ich fand es recht beeindruckend da die Steinfundamente und die Wege gut erhalten sind und genau durch das Dorf ein kleiner Bach fliesst an dem man sich erfrischen kann und sein Trinkwasser nachfüllen.
Eine Frau sprach mich an ob das Wasser sauber sei? Aber hey, das war glasklares Flusswasser in einem Naturschutzgebiet. Wo bekommt man sonst noch besseres Wasser ausser von CocaCola?
Von hier lief ich frisch gestärkt nochmals 2 Stunden weiter nach Playa Brava, einem Traumstrand und mein Tip wenn man in den Park geht.
Diese Bucht sieht für mich so aus als wenn Pablo sie zu seinen besseren Zeiten für Geschäftsabschlüsse benutzt hat. Der Weg dorthin ist teilweise ziemlich Schmal und schwer zu wandern und dieser Strand hat sicher betuchtere Leute angezogen. 
Tolle stelzen Hütten, einige zerfallende Häuser und ein grosser Pool in herzchen Form welcher zu besseren Zeiten sicherlich einige Partys mitgemacht hat deuten von finanzkräftigen Investitionen vor 20 bis 30 Jahen.
Als Geheimtip taugt das allemal da er im Augenblick wieder betrieben wird und man sich eine Hängematte oder eine der Hütten mieten kann.
Da mir leider das Geld ausging bin ich schweren Herzens am dritten Tage durch den Jungel in drei Stunden wieder zur Strasse gelaufen und habe mich diesmal für 5000 Cop nach Tagange fahren lassen.
Nach ein paar Tagen abhängen im Fischerdorf bin ich dann weiter nach Venezuela gefahren.
 

 

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