Gestrandet auf einer Sandbank im Godavari River

Kuh am Srand von Puri
Kuh am Srand von Puri
 
 
Nach einem Monat in Cambodia und einem kurzen Zwischenstop in Bangkok ging es nun nach Indien, genauer gesagt sind Hannes und meinereiner nach Kalkutta geflogen, der angeblich gebildesten Stadt in Indien.
Wenn hier die Bildungselite von Indien wohnt dann ist Chinas technologischer Vorsprung wohl nicht mehr einzuholen.
 
 
Der Flughafen war schon mal eine Überraschung, er hatte so gar nichts von einem Internationalen Flughafen was man so kennt. Das sah eher nach tiefster Provinz aus.
Die Taxifahrt vom Flughafen zum Hostel war eine einzige Katastrophe, Baustellen, Lärm, ohne Ende Leute und Kühe und überall Dreck und Müll auf den Strassen. Den Zustand der Häuser mal ausser acht gelassen.
 

 

Das Hostel war zwar sauber aber die Regeln des selbigen waren schon der Hammer. Der Aufenthaltsraum ist nur Vormittags und abends zu benutzen. Ab 22 Uhr ist abgeschlossen und wer später kommt muss was bezahlen. Ferner darf man kein eigenes Schloss an seiner Tür befestigen ansonsten muss man wieder was bezahlen. Die ganzen Regeln aufzuzählen würde jetzt den Rahmen sprengen aber ich habe mich standhaft geweigert denen noch zusätzlich Geld in den Rachen zu werfen.

Der Kulturschock in den ersten Tagen bzw Wochen war schon gewaltig, Müllberge und Arme Leute an jeder Ecke sowie der krasse Verkehr haben uns nach zwei Tagen gereicht, so das wir uns entschlossen haben mit dem Zug nach Puri in Orissa State weiterzufahren und uns die Stadt nicht noch länger anzutun.
Allerdings haben wir hier auch den für uns bisher eindrucksvollsten Tempel von Indien gesehen. Die Stadt war schon nebelig von den Abgasen aber je näher wir dem Kalighat – Tempel gekommen sind wurde die Atmosphäre immer dichter und um den Tempel herum war eine sehr tolle Stimmung.
 

 
Nach dem Tempel sind wir noch etwas durch die Strassen gelaufen um zum Ganges zu gelangen, haben allerdings nur einen wirklich schmutzigen Nebenfluss gefunden. Der Dreck ist allerdings nicht nur in den Nebenflüssen zu finden siehe auch den folgenden Artikel: 
Die Verschmutzung des Flusses ist enorm: Täglich werden über 1,2 Millionen Kubikmeter oft Gifte enthaltender Abwässer eingeleitet, allein in Kalkutta 320 Mio. Liter in den Gangesarm Hugli. Die Belastung durch Kolibakterien ist 2000-mal höher als in Indien erlaubt, und das Wasser enthält hohe Konzentrationen von Cyaniden, Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber. Zu den Fäkalabwässern kommen zahlreiche Leichenreste, beides erleichtert die Ausbreitung von Cholera- und Typhusbakterien. Außerdem funktionieren nur wenige Kläranlagen effektiv, so dass sich auch dort gereinigtes Wasser unterhalb der Anlagen wieder mit hoch belastetem Wasser mischt. 1985 startete die indische Regierung einen Aktionsplan (Ganga Action Plan)[15], der das Ziel hatte, die Verschmutzung zu bekämpfen. Trotz hoher Investitionen gilt der Plan als weitgehend gescheitert, nicht zuletzt, weil für den Betrieb der Anlagen notwendige Mittel fehlten.Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ganges
 
Jedenfalls standen an der Brücke lauter Frauen mit Kopftuch herum. Auf der Brücke haben wir halt gemacht um uns das Wasser anzusehen bzw die Brühe mit der wir uns im Tempel noch die Finger gespült hatten, von wegen heilige Brühe usw… Na da stand auf einmal eine ältere Kopftuchträgerin neben uns und fragte uns doch allen ernstes ob wir Frauen suchen, 'small or big' und zeigte dabei gleichzeitig von einem zu zwei Metern höhe. Nun wussten wir auch weshalb hier die Kopftuchfrauen herumstehen und sind gegangen, etwas entsetzt von ihrer Frage.
 

 

Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Taxi zum Zug gefahren. Im Berufsverkehr ist das schon echt witzig. Wobei in Kolkatta wohl immer berufsverkehr ist. Bei einer vierspurigen Strasse, dh zwei Spuren in je eine Richtung ordnen sich an der Roten Ampel alle Fahrzeuge auf den kompletten Spuren ein. Auf der Gegenrichtung machen das die Fahrzeuge natürlich genauso. Wenn jetzt Grün wird versuchen alle Gleichzeitig loszufahren und bis sich der Wollknäuel auflöst ist wieder rot. Aber irgendwie kommt man trotzdem vorwärts und irgendwann waren wir also am Bahnhof.

Der Fahrkartenkauf gestaltete sich nun etwas kompliziert. Kennt ihr noch 'Asterix und Obelix bei den Römern', wo sie ein Formular in der Verwaltung besorgen sollen und alle am Ende durchdrehen?
Genau so kam ich mir hier vor.
In der ersten Halle war natürlich der falsche Schalter, dieser Schickte mich in die zweite Halle an den nächsten Schalter.
Hier verstand man mich leider nicht so das ich zurück musste um erstmal unsere Zugnummer und die Ortschaft aufzuschreiben. Also wieder angestellt um zu erfahren das ich hier zwar richtig wäre aber nur für die nächsten Tage eine Fahrkarte bekommen könnte, ich solle doch noch in die dritte Halle gehen.
In der dritten Halle Erdgeschoss erfahre ich nach längerem anstehen das ich hier falsch wäre und in den ersten Stock muss. Wieder anstehen um ein Formular in die Hand gedrückt zu bekommen mit der Überschrift Fahrkartenrückgabe. Ich will aber nichts zurückgeben sondern eine Fahrkarte für den Zug der in zwei Stunden fährt. Alles kein Problem, Hauptsache der Name und das Geburtsdatum stehen drinne. Mit dem ausgefüllten Dokument wurde ich eine Etage höher geschickt mit dem Hinweis auf eine Schalternummer die leider inexistent war, also an den erstbesten Schalter angestellt. Hier wurde mein Dokument ordentlich geprüft, eine Zeitlang etwas in einem Computer eingegeben und das Dokument wieder ausgehändigt mit dem Hinweis ich solle eine Etage tiefer, oder war es das Erdgeschoss? an einen bestimmten Schalter gehen deren Nummer leider nicht aufzufinden war.
Schon etwas Irritiert bin ich dann durch einige Gänge geirrt auf der Suche nach dem richtigen Schalter aber hier waren nur offene Büros in denen jeweils ein oder zwei Personen saßen und sich langweilten. Na jedenfalls bin ich dann in irgend ein Büro rein, habe ihnen mein Dilemma erklärt und prompt hatte ich eine Dame dabei welche mich zur obersten Etage mit dem Computern schickte.
Etwas resigniert stellte ich mich an einen neuen Schalter an um dort nach längerem suchen im Computer zu erfahren das ich nur eine Etage tiefer gehen soll um die Fahrkarten zu erhalten.
Diesmal stimmte sogar die mir gesagte Schalternummer, allerdings sollte ich auf dem Formular noch weitere Details angeben um meine Fahrkarten zu bekommen.
Und siehe da ich habe es geschafft nach nur zwei Stunden zwei Fahrkarten für den selben Tag zu erstehen.
Es waren zwar nur noch 15 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges, aber immerhin.
Wenn jetzt der Zug voll gewesen wäre hätte ich den ganzen Aufwand vielleicht noch verstehen können, aber das Abteil war noch nicht mal zur Hälfte besetzt und das nächste Abteil war komplett  leer.
 
Soviel dazu, die nächsten Reservierungen mache ich alle nur noch über www.cleartrip.com.  Also es gibt jetzt Probleme sich bei Cleartrip ein Zugticket ohne indische Telefonnummer zu bestellen!  Nach 5 vergeblichen Versuchen mir ein Ticket Online zu buchen bin ich auf den Blog von Cleartrip gestossen. Sie haben wohl neue Geschäftsbedingungen aufgesetzt!  Ich habe zwar eine Indische Nummer aber irgendwie sagt er mir das mein Account gesperrt sei. Man das ist mal wieder typisch Indien!

Ich habe noch den Tip bekommen einfach die billigste Fahrkarte zu kaufen und direkt im Zug zum Schaffner zu gehen und diese Aufwerten zu lassen.  Das klappt wohl immer, sogar in überfüllten Schlafwagen, nur ganz ohne Fahrkarte sollte man das nicht versuchen, das gibt Ärger und kostet einige Rupis Strafe.

Puri

 
 
Sie ist eine der vier heiligsten Stätte für Pilger in Indien.

Sie liegt in der Nähe des Chilika Sees, einer der grössten Binnenseen mit einem stehenden Gewässer. Dort gibt es wohl auch Süsswasserdelphine welche wir aber leider nicht gesehen haben.

Nach der Ankunft in Kalkutta haben wir uns hier erst einmal etwas Aklimatisiert um uns an die indische Kultur anzupassen.
Der sorglose Umgang mit dem ganzen Müll und die massen an Kühen die überall herumlaufen, sowas muss man schonmal live gesehen haben.
 

 
Es gibt dort auch ein Fischerdorf. Die Fischer verrichten ihre Notdurft direkt am Strand und man muss wirklich gut aufpassen wohin man seine Schritte lenkt.
 

Die anderen Strandatwas sauberer aber ich fand das Wasser im Golf von Bengalen insgesamt schon sehr Dreckig.
Am beispiel des Coocum, eines Flusses der im Golf mündet ist die Abwassersituation sehr gut darzustellen:  Der Cooum ist stark versandet und vor allem im Bereich des Stadtgebiets von Chennai hochgradig verschmutzt. Während der Trockenzeit führt der Fluss kaum Wasser und wird praktisch ausschließlich durch ungeklärte Abwässer gespeist. Im Wasser des unteren Flusslaufes ist fast kein Sauerstoff mehr vorhanden, aber hohe Konzentrationen an Schwermetallen. Während der Cooum früher für die Fischerei genutzt wurde, kommen heute wegen der starken Verschmutzung keine Fische in dem Fluss vor.
 
Im Jahre 2007 sind wohl auch 1000 tote Meeresschildkröten innerhalb von zwei Monaten in Bangladesh und Indien an Land gespült worden. Zu den Ursachen kann man bisher leider nichts sagen.  
 
Die Luft hier war Tagelang eine einzige Dunstglocke. Das liegt wohl daran das sich durch verschiedene Luftströmungen der gesamte Dreck über dem Golf sammelt und die Luftverschmutzung der anliegenden Staaten sehr schön sichtbar wird. Hierzu habe ich auch einen interessanten Artikel im Netz gefunden:  Das Gebiet mit der größten Verschmutzung ist der Golf von Bengalen, der stärker durch kontinentale Emissionen beeinflusst wird als das Arabische Meer, Schwerpunkt der INDOEX-Kampagne. Die Verschmutzung stammt den größten Teil des Jahres über aus dem Ausstoß Indiens und Südostasiens und während eines Teils des Jahres aus China. Quelle: Springer-Verlag, Heidelberg – MMCD NEW MEDIA, Düsseldorf
 
Insgesamt war Puri schon sehr nett und ein guter Einstieg in den indischen Kulturkreis.
 

Vishakhapatnam
In dieser Millionenmetropole haben wir einen kurzen halt gemacht da von Hannes seiner alten Arbeit hier die Programmierer sitzen und es auf dem weg nach Goa liegt wo wir Weihnachten und Silvester verbringen wollten. Wir wurden von Sanjev und seiner Familie sehr herzlich aufgenommen und haben bei ihm eine Woche lang wohnen dürfen.
 
 
Es traf sich auch super vom Zeitpunkt da wir am Abend vor einem Betriebsausflug eintrafen und somit mit der ganzen Firma sowie den dazugehörigen Angehörigen eingeladen wurden das Wochenende mit herumzufahren und verschiedene Tempel anzusehen sowie einen Bootsausflug mitzumachen.
Nach nur 4 Stunden Schlaf ging es um 5 Uhr morgens zum Bus welcher allerdings aufgrund einiger Probleme erst gegen 7 Uhr losfuhr.
Bei einer durchorganisierte Tour mit 70 Leuten kann schomal einiges schiefgehen.
Gegen Mittag waren wir dann auf dem Ausflugsdampfer welcher unsere Gruppe den Godavari hinunterschipperte, bis zu einer Düne auf welcher wir kurz vor dem Ziel hingen blieben. Allen Bemühungen zum trotz lies er sich nicht mehr Freifahren oder ziehen, auch mit dem nach einigen Stunden eingetroffenen kleineren Schiff nicht so das wir nach 5 Stunden Warterei spät Nachts das Boot wechselten.
Die Bemühungen der Crew gingen soweit das alle Leute ganz nach vorne gehen sollten bzw haben sie über eine Stunde Probiert den grossen Kahn mit allen Leuten an Bord mit einem kleineren Schiff freizuziehen was natürlich misslang. Auf die Frage wieso wir nicht alle erstmal das Schiff wechseln sollten oder uns von dem kleineren Boot an Land bringen lassen damit nicht mehr soviel Gewicht auf dem Boot verbleibt wurde uns nur geantwortet das dafür die Schiffer zuständig seien und wir ihnen nicht hineinreden dürften, so hieß es nun warten und Sterne schauen und hoffen das jemanden von der Schiffscrew mal eine bessere Idee kommen sollte als das zerrissene Seil ständig neu zu verknoten.
Somit fiel dann auch die geplante abendliche Tempel besichtigung aus und wir plumpsten nachts um zwei Uhr nach 22 Stunden in unser wohlverdientes Hotelbett in Bhadrachalam.
Es war geplant das wir um vier Uhr morgens den nächsten Tempel besichtigen sollten aber das haben dann doch nur die Inder gemacht so das wir Bleichgesichter bis acht Uhr schlafen dürften und erst dann geweckt wurden.
Auf der Rückfahrt standen dann noch zwei Tempel besichtigungen an welcher aber nicht wirklich spektakulär waren.
Auf jeden Fall war es ein ziemlich witziges Wochenende mit so vielen Indern unterwegs gewesen zu sein.
 
 
Die restliche Woche hat uns Jethan die Stadt sowie verschiedene Strände gezeigt, da Vishak den Spitznamen „Goa des Ostens“ trägt und auch die beeindruckenden Borra Caves zu denen ich mit einem Auto gefahren bin.
Insgesamt bin ich drei Tage mit dem Auto von Sanjev herumgefahren. Tagsüber war das alles kein Problem aber sobald es dunkel wird macht die ganze Sache echt keinen Spass mehr. Überall hat man Menschen, Kühe und sonstiges Getier auf den Strassen wobei abends der Verkehr nochmal ordentlich zunimmt und die ganzen Leute alle gleichzeitig ihre Häuser verlassen. Gefahren wird eh wo man will und man sollte sich nicht über Geisterfahrer wundern bzw über Leute die abbiegen ohne auf den Verkehr zu achten was teilweise ganz schön Lebensmüde anmutet.
 
 
Insgesamt war es aber eine super Woche. Vielen Dank an Sanjev für die Gastfreundschaft sowie an seine Mutter für das super Essen jeden Tag, an Jethan für die Begleitung und Erklärungen sowie an die ganze Firma für das witzige Wochenende!
 

 
 
 

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