Inka Terrassen und ein Wasserfall im zweittiefsten Canyon der Welt

 
Nach einem Tag in Arequipa bin ich mit Samuel und Dominik in den Colca Canyon gestartet.
Es gibt unzählige Agenturen die eine Tour in den Canyon anbieten, aber für die Leute die meinen Blog verfolgen sollte inzwischen klar sein das ich nicht unbedingt ein Fan von geführten Touren bin.
Also haben wir uns in den Bus gesetzt und sind zunächst bis Chivay gefahren. Dabei gibt es zu beachten das die Gasthäuser ebenfalls reine Fahrten in den Canyon anbieten. Die kann man aber meiner Meinung nach knicken da die Zeiten identisch mit den Busfahrzeiten sind.
 

 
Die Busse fahren um 4 oder 5 und 6 Uhr morgens los. Wer will denn total unausgeschlafen in den zweit tiefsten Canyon der Welt? Wir jedenfalls nicht, so das wir ganz gemütlich den Bus um 11 Uhr nach Chivay nahmen. Das gute an der Zeit ist, das am Eingang von Chivay niemand die Eintrittskarte in den Canyon kontrolliert.
 
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Die Fahrt dauert 3 Stunden und hat 13 Soles gekostet. Danach haben wir uns erst einmal in den Hot Springs von der langen Fahrtzeit erholt ;). Diese kosten 15 Soles Eintritt, sind diesen Preis aber allemal Wert!
Chivay ist ein kleiner ruhiger Ort mit jeder menge Gasthäusern und einem netten Markt.
Am nächsten morgen ging es dann auch gleich zum Trekken. Wir sind über Coporaque zu ein paar alten Ruinen gelaufen und noch hoch zu einem Aussichtspunkt mit einer hervorragenden Fernsicht auf den Canyon und einigen Inka Terrassen.
 
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Von diesem Aussichtspunkt sind wir dann Querfeldein über die Terrassen nach unten zur Strasse gelaufen, was nicht unbedingt die beste Idee war. Bzw die Idee war gut nur die Terrassen leider nicht mehr.
Das Problem an der Sache ist nämlich, das die Inkas diese relativ hoch gebaut haben, dh man hat zwischen jeder Terrasse einen Abstand von zwei Metern in die Höhe.
Und zumindest die oberen Terrassen werden seid Jahrzehnten nicht mehr angebaut so das auch die Verbindungswege zwischen den einzelnen Terrassen nicht die besten waren.
 
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Hinzu kam noch, das sich inzwischen überall Kakteen breit gemacht haben. Diese wachsen hervorragend auf den fruchtbaren Terrassenböden.
Besonders toll waren diese kleinen Biester die nicht grösser wie ein Ei sind, mit spitzen langen Stacheln und die bei Berührung sofort ihre Widerhaken ins Fleisch bohren. Und das ganze, um es noch etwas angenehmer zu machen in verschiedene Richtungen.
Samuel und meiner einer können ein Lied davon singen….
Wir haben es aber bis zur Strasse geschafft und hatten dann noch kurz vor Yanque eine super Sicht auf die nächsten Terrassen die sich bis in den Canyon ziehen.
Unter der Brücke die wir noch überqueren mussten findet man auch die berühmten Colca Höhlen, in welchen früher Essen gelagert wurde und welche dem Canyon seinen Namen verliehen haben.
Der ganze Fussmarsch mit der Terrassenaktion hat insgesamt 5 Stunden gedauert und wir waren froh das ein Kollektivo vorbei kam was uns erst einmal bis Maca mitnahm.
 
Maca ist auch ein kleines verschlafenes Nest mit ein paar Herbergen die dummerweise mitte Januar alle dicht waren. Hinzu kam noch ein netter Regenschauer so das wir den Bus weiter nach Cabanaconde nahmen in der Gewissheit das hier wenigstens ein paar Gasthäuser auf hätten.
 
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Am Sonntag, den 20.01.2013 war dann im Nachbarort Pinchollo das Fest des San Sebastian. Wir sind in der früh zu einem Aussichtspunkt zwischen Maca und Pinchollo gefahren um danach zum Fest von San Sebastian zurück zu laufen.
Das ganze war nicht wirklich spektakulär.

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Einige Einheimische sind hinter einer reich geschmückten Bare um den Marktplatz gelaufen und hinterher hat die heimische Polizei noch ihre Hunde Kunststückchen vorführen lassen. Die Hunde wurden nach der Show in einen Metallanhänger gesteckt und in der prallen Mittagssonne stehen lassen da die Polizisten sich erst einmal betrinken mussten.
Abends gab es wohl ein grösseres Besäufnis mit tanzenden Einheimischen, aber da waren wir bereits in Cabanconde zurück.
 
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Nicht um vorher noch zum Mirador de Condor zu laufen. Das ist der berühmte Aussichtspunkt zu dem die Touristenmassen in der früh hergekarrt werden. Daher fahren auch die Busse von Arequipa so früh los da man vormittags wohl die grösste Aussicht hat einige fliegende Condore zu erhaschen.
Angeblich fliegen die meisten Vögel zwischen acht und zehn Uhr morgens hier vorbei. Wir hatten Glück und für uns flogen sie auch am Nachmittag. Dazu waren wir ziemlich die Einzigen die sich hier aufhielten und hatten somit unsere Ruhe. Wir brauchten nicht mal ein Ticket was man am Mirador auch vormittags kontrollieren tut.
 
Tags darauf sind wir dann zu unserer Trekkingtour gestartet und von Cabanconde in 4 Stunden nach Llahuar in den Canyon gelaufen. Hier gibt es ein nettes kleines Gasthaus welches unten am Fluss sogar noch eine kleine heisse Quelle besitzt, auch wenn es mehr Quelle wie Heiß war.
 
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Am zweiten Tag sind wir noch weitere 4 Stunden in den Canyon hinein gewandert und zwar zu einem spektakulären Wasserfall kurz hinter Fure.
Wenn ihr die Zeit habt dann unbedingt zu dem Wasserfall Catarata Huaruro, der eine Stunde hinter Fure liegt wandern! Da kommt, zumindest im Januar sehr viel Wasser runter und das ist atemberaubend anzusehen….
 

 
Die Übernachtungen haben jeweils 15 Soles gekostet und sind einfach aber sauber.
Von Fure aus ging es für uns am dritten Tag nach Malta bzw nach Cosnirhua wo Dominik, Samuel und der Kochtopf, den Dominik für Notfälle mit hatte, übernachteten.
Von Malta sind die beiden dann am vierten Tag mit einem Pick Up zurück nach Cabanconde gefahren.
 
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Ich hatte dazu aber keine Lust und bin gleich weiter nach Cabanconde über San Juan gelaufen. Wer im Canyon übernachten will ist in San Juan meiner Meinung nach am besten aufgehoben. Hier gab es einige sehr schöne Unterkünfte.
Die Strecke von San Juan hoch fand ich mit die Spektakulärste vom ganzen Trek, da man direkt an den Felswänden langläuft die über einem Steil in den Himmel hinauf ragen.
Letztendlich bin ich von Fure nach Cabanconde in insgesamt 7 Stunden gelaufen.
 
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Tags darauf habe ich mich mit den beiden anderen in Chivay in den heissen Quellen verabredet. Der Bus nach Chivay hat 4 Soles gekostet und brauchte 2,5 Stunden.
Nachdem Samuel und Dominik am frühen Nachmittag in den Quellen auftauchten und ich schon halb verschrumpelt war haben wir uns noch um 18 Uhr abends drei Stunden in den Bus nach Arequipa gesetzt, der diesmal nur 12 Soles kostete.
Nach 6 Tagen im Canyon wollten wir einfach mal frische Sachen anziehen.
 
Habe ich schon einmal erwähnt das man ständig andere Preise für ein und dieselbe Strecke im Bus bezahlt? Das ist aber in ganz Südamerika so…
 
Also wer um den Ticketpreis für den Canyon der doch immerhin 60 Soles kostet herumkommen will sollte jeweils nachmittags am Mirador de Condor und in Chivay sein. Ausserdem wird angeblich im Canyon selbst an der mittleren Brücke in Sangalle das Ticket kontrolliert, was aber nach Aussagen von einigen anderen Treckern nicht bestätigt wurde, dh sie wurden Nachmittags dort ebenfalls nicht kontrolliert.
Man braucht sich auch vorher keine Wanderkarte kaufen. Die kleinen Handgemalten die man vor Ort in jedem Gasthaus findet reichen vollkommen aus, verlaufen ist im Canyon fast unmöglich.
 
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In Arequipa verbrachten wir noch drei Tage um danach nach Nazca aufzubrechen. Samuel mit seinem Motorrad, Dominik und sein Kochtopf zu ein paar anderen alten Steinmalereien und ich in 10 Stunden mit dem Nachtbus für 60 Soles.
Irgendwie war es nicht möglich billiger zu fahren, alle guten Busgesellschaften hatten den gleichen Preis.
Arequipa wird von einigen Leuten als schönste Stadt Perus genannt. Ich meine hässlich ist was anderes aber die alten Kolonialen spanischen Bauten haben irgendwie für mich ihren Reiz, wenn überhaupt nur in ihrem Mutterland Spanien.
Nachts nett beleuchtet und eine anständige Party Meile runden das Bild ab. Wer auf alte spanische Kolonialbauten steht ist hier genau richtig. Allerdings verhält es sich für mich in solchen Städten, hast du eine gesehen kennst du alle.

Wer drauf steht….ich tue es nicht.

 

 

 

 

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