Quellwasser in der Wüste und die angeblich schönste Aussicht der Erde

Nach zwei Wochen in San Agustin und den Steinfiguren bin ich Richtung Bogota mit einem kurzen Zwischenstop in der Tatacoa Wüste gefahren.
Dazu musste ich erst einmal mit einem Pickuptaxi in 40 minuten für 6000 Cop nach Pitalito. Von hier ging es im Bus für 23000 Cop in 3 Stunden nach Nieva. Für das letzte Stück nach Villavieja braucht man normalerweise eine halbe Stunde. Mein Sammeltaxi war allerdings etwas langsamer und mit Leute auflesen, tanken, Sachen abholen und einem kleinen Crash mit seiner Seitenscheibe hat die letzte Strecke dann 2,5 Stunden gedauert und mich 6000 Cop gekostet.
 
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Die Ortschaft selber ist ein kleines verschlafenes Nest, hat aber zwei Hotels. Wer es origineller zum Schlafen haben möchte fährt die ca. 6 km in die Wüste bzw zum Observatorium für ca 20000 Cop. Dort gibt es einige Unterkünfte sowie Zeltplätze.
Ich bin am nächsten Morgen dann zu Fuss aufgebrochen. Man kommt an einem Fluss vorbei und einigen indischen Kühen mit ihren langen Ohren. Die ganze Umgebung ist ziemlich grün und ehrlich gesagt habe ich mich gefragt wo hier denn nun eine Wüste sein soll?
Das einzige was darauf hindeutete war die Affenhitze schon morgens um neun. Auf der Hälfte der Strecke hat mich freundlicherweise ein Motorradfahrer mitgenommen. Der Fahrtwind war sehr erfrischend und kühlte etwas ab nur um nach 10 Minuten am Ziel wieder schweißgebadet herumzulaufen.
 

 
Die Wüste selber sind eher bizarre Steinformationen und Kakteen Landschaften in denen man Labyrinthartig herumirren kann.
Man trifft auch fast keine Leute hier. Ich habe zwei verschiedene Reisegruppen gesehen die in klimatisierten Bussen angekarrt wurden und im Anschluss wie die Lemminge ihrem fähnchen Träger hinterherliefen.
 
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Nach dem Observatorium und der beeindruckenden Vereda el Cusco bin ich noch einige Kilometer der Strasse gefolgt und habe an der Vereda Cabuyal eine Quelle in der Wüste gefunden. Ist schon merkwürdig, auf einmal kommt Wasser aus dem Boden und Stein ritzen und wird mit der Zeit zu einem kleinen Fluss welcher in der Regenzeit anscheinend ziemlich breit wird und sich ein ordentliches Bett in die Felsige Landschaft gefräst hat. Die Quelle kam mir auch ganz recht da mein Wasservorrat zur neige ging und die Getränkepreise an den Restaurants ziemlich gesalzen waren.
Den Rückweg in die Ortschaft habe ich mir ein Motortaxi gegönnt welches mich für nur 10000 Cop mitnahm.
 
Am nächsten Tag fuhr ich im Regen in diesmal 1,5 Stunden für 6000 Cop nach Nieva. Der Typ der hier was von einer halben Stunde geschrieben hat ist wohl mit einem Taxi oder seinem eigenen Wagen die Strecke runter gerast.
Als ich am Busbahnhof ankam fiel gerade vermutlich durch den anhaltenden Regen der Strom aus und ich rechnete schon damit das ich hier festhängen würde da mir das Bargeld ausgegangen war. Aber die Automaten funktionierten zum Glück und ich fuhr in 4,5 Stunden für 35000 Cop nach Bogota.
 
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Bogota hat ein ziemlich gutes öffentliches Bussystem. Hier haben sie sich die Metro Busse aus Quito abgeschaut. Trotzdem dauerte es noch 2 Stunden bis ich letztendlich kurz vor dem Dunkelwerden eine Unterkunft fand.
 

 
Abends ist es hier nicht wirklich ungefährlich. Ich habe selten so viele Leute auf den Strassen in Mülltüten nach essen suchen sehen.
Bogota hat mir aber trotz der offensichtlichen Armut ziemlich gut gefallen und ich bin sogar mit der Cabelcar für 15000 Cop zu einem Aussichtspunkt mit einer Kirche gefahren. Im 16. Jahrhundert kam ein Mönch auf die Idee eine Kirche hoch oben über der Stadt zu bauen und so haben die gläubigen Kolumbianer selbige eifrig mitgebaut.
Auf jeden Fall ist die Aussicht auf die Stadt von 3500 Metern sehr beeindruckend.
 
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Weiter ging es für mich am nächsten Tag Richtung Medellin. Da ich aber nicht der grosse Fan von Großstädten bin und kurz vor Medellin ein beeindruckendes Seengebiet liegt bin ich nach 9,5 Stunden in Marinilla ausgestiegen. Die Fahrtkosten von 60000 Cop waren genauso teuer wie nach Medellin obwohl es noch eine gute Stunde entfernt liegt.
 
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Leider war ich ziemlich spät dran so das ich den Bus nach Guatapé und dem See am darauffolgenden Tag nehmen musste. Selbiger fuhr eine halbe Stunde und kostete 5000 Cop.
 

 
Guatapé ist ein buntes kleines Dorf welches von einer Seenlandschaft umgeben ist die seinesgleichen sucht. Das ganze wird von einem 200 Meter hohen Felsen gekrönt auf welchen ich natürlich für 10000 Cop hinaufgestiegen bin.
Von hier hat man angeblich die schönste Aussicht auf unserem Planeten. Na ja, wenn man aus der Umgebung kommt kann das schon stimmen, die Aussicht ist schon recht beeindruckend…
 

 
Der See ist eigentlich das Rückstaubecken des grössten Stausees von Kolumbien. Hier wird 90% des Stromes für Kolumbien gewonnen. Nur leider war gerade eine Wartung an einer Turbine so das er 15 Meter tiefer war als normal. Man kann auch ganz gut im See schwimmen nur durch das fehlende Wasser habe ich davon Abstand genommen. Das Restewasser sah auch nicht sehr einladend aus.
 
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Nach zwei Nächten bin ich in 2 Stunden für 12000 Cop nach Medellin gefahren um den Nachtbus nach Cartagena zu nehmen. Dieser brachte mich für 96000 Cop in 13,5 Stunden an die Karibikküste.
Pablo Escobars Hauptsitz hat in meinen Augen nicht wirklich viel zu bieten. Nett anzusehen sind die Skulpturen in der Innenstadt.
Escobar ist immer noch so etwas wie ein Volksheld da er hier etliche Spielplätze, Schulen und Krankenhäuser bauen liess, also all die Aufgaben übernahm für die der kolumbianische Staat hätte eintreten sollen.
 

 

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