schamanische Geisteraustreibung im Langtang

im Langtang in Nepal

 
 
Von Pokhara ging es für Hannes und mich nach ein paar Tagen weiter nach Kathmandu.
Von Hannes hiess es Abschied nehmen da er nach Europa zurück flog. Ich blieb allerdings zwei Wochen länger in denen ich noch etwas wandern wollte, so das ich zum Langtang fuhr.
 

 
Dazu musste ich mir mal wieder eine TIMS Karte beim Tourismusboarder kaufen.
Für jede Trekkingroute in Nepal benötigt man so eine TIMS wenn man als Solotrekker unterwegs ist.
Mit dieser Karte im Gepäck ging es für mich mit dem Bus in 8 Stunden von Kathmandu nach Dhunche. Dabei mussten wir drei mal den Bus wechseln da Erdrutsche das weiterkommen des Busses unmöglich machten. Dazu überquert man den Erdrutsch zu Fuss und läuft meist einige Kilometer bis der nächste Bus einen wieder aufliest. Ich stelle mir das nur mit dem Benzin etwas schwierig vor weil dieses ja auch zu den letzten Bussen über die ganzen Erdrutsche transportiert werden muss, aber die Nepalesen haben das wohl schon irgendwie eingeplant.
Am Eingang von Dhunche muss man sich dann nochmals registrieren und auch nochmal was für den Eintritt in die Langtangregion bezahlen.
Ich war allerdings einer der letzten Trekker die ohne Guide dort wandern waren. So wie ich das mitbekommen habe werden ab Juli 2012 nur noch Leute mit Guide oder Träger in diese Region hereingelassen.
Das ist unter anderem den ermordeten Touristen schuldig. Einen Monat bevor ich Dhunche erreicht habe wurde hier in der nähe eine Touristin mit einer Machete ermordet und der Fall ist bisher noch nicht aufgeklärt worden.
 

 
Von Dhunche bin ich am nächsten morgen mit einem mulmigen Gefühl im wissen um die ermordete Touristin los gewandert. Mir ist aber nichts passiert da du diese Zeilen ja lesen kannst 🙂
Jedenfalls habe ich 4,5 Stunden nach Thulo Syabru gebraucht.
Hier fand ich ein sehr tolles Hotel Snowfall, eines der besten welches mir auf meinem Trek begegnen sollte. Eine tolle Aussicht in alle Richtungen ist von hier gegeben.
Die Ortschaft ist nur zu Fuss erreichbar. Die nächste Ortschaft Syapru Besi ist in knapp zwei Stunden den Berg herunter entfernt. Zu der Jahreszeit war hier das beste Wetter vom gesamten Trek, da die Wolken hier nur vorbeiziehen und in bzw an den anliegenden Bergen und Tälern sich sammeln.
Auf dem Rückweg verbrachte ich hier 4 relaxte Nächte. Die Besitzer sind super freundlich und im Hinterhof wird der einheimische Reisschnaps Raksi gebraut 😉
Da ich in der Nebensaison Unterwegs war habe ich in den Unterkünften bis hoch zum Langtang keine Übernachtung zahlen müssen. Es reichte in den Unterkünften zu essen, was man sowieso macht da man nach einem Tag wandern meist keine Lust hat noch die andern Herbergen abzuklappern.
 
in Nepal
 
Am nächsten morgen ging es für mich in 5 Stunden weiter zum Lama Hotel. Dabei lief ich die meiste Zeit in mehr oder weniger starken Regen da die Wolken sich ziemlich früh in der Langtangschlucht versammelt hatten.
Den ganzen Tag über begegneten mir nicht mal eine handvoll Leute. Erst abends in der Unterkunft war eine kleine Gruppe aus Japan anwesend. Eine Menge Japaner waren auch die einzigsten die in der Regenzeit am Trekken waren, neben mir und einigen anderen verrückten Europäern.
 
in Nepal bei einer Wanderung
 
Am nächsten morgen, diesmal aber noch früher wie am Vortag bin ich in 4 Stunden nach Langtang gelaufen, der uralten Ortschaft welche der Region ihren Namen verleiht.
Mittags hier angekommen hatten sich die Wolken aber bereits wieder schön versammelt so das ich keine Lust hatte im Nieselregen in den Wolken weiterzulaufen und einen relaxten Nachmittag hatte. Die Wolken zogen auch irgendwann für zwei Stunden auf so das ich mir die tolle alte Ortschaft in Ruhe anschauen konnte.
Danach fing es aber wieder an zu regnen.
 
Langtang in Nepal
 
Am nächsten Tag sah es genauso trostlos und Wolkenverhangen mit Nieselregen aus wie schon am Tag zuvor.
Da ich aber noch etwas weiter wollte bin ich in zwei gemütlichen Stunden den Weg nach Kyanjin Gompa gelaufen. Der Weg führt an einem kleinen malerischen Fluss sowie den längsten Mani Mauern entlang die ich bisher gesehen habe. Das sind alter Mauern mit übereinander gestapelten Steinen mit Gebeten und Wünschen drauf.
Dabei sind zwei, maximal drei von diesen Steinen übereinander gestapelt worden und teilweise sind diese Mauern hunderte Meter lang und jeweils einen Meter dick. Vielleicht kam mir die Länge der Mauern auch nur durch den nebel so lang vor?
An den Mauern muss man immer links vorbeilaufen genauso wie man buddhistische Tempel und Heiligtümer immer links umrunden sollte. Einmal bin ich rechts an einer Mauer vorbeigelaufen und da kam mir ein Mann entgegen der mich belehrte das man links laufen muss, da dies sonst Unglück für einen bringen würde. Den ganzen Weg trifft man keine Person nur wenn ich eine Abkürzung laufen m&¨chte steht auf einmal jemand da, schon merkwürdig.
Kyanjin Gompa besteht zu 50% aus Gasthäusern und normalerweise einem schönen Ausblick auf die Bergwelt ringsherum.
Allerdings waren von diesen wegen den Wolken nichts zu sehen. Etwas hat der Ort aber auch noch zu bieten. Und zwar eine Käserei wo Yak Käse wie vor hundert Jahren hergestellt wird.
Dummerweise war der alte Käse (er muss mindestens ein halbes Jahr liegen) gerade alle, dh ich habe noch die letzten hundert Gramm bekommen (der Geschmack ist traumhaft würzig, geht in Richtung Bergkäse), so das ich mir den nicht ganz so guten drei Monate alten Käse kaufen musste, dh ich musste die Leute überreden mir diesen zu verkaufen weil er ja noch nicht fertig war.
Das Kilo hat man aber schon gemerkt im Rucksack und dieser war für einen nicht fertigen Käse ebenfalls sehr lecker.
 
im Langtang in Nepal
 
Nachdem ich hier einen ganzen Tag im Nebel und Regen mit lesen verbrachte machte ich mich am nächsten morgen auf den Rückweg. Schlafen war tagsüber leider nicht so gut möglich da direkt vor meinem Fenster der Hausherr einen Weg baute. Dafür hat er kleine Steine mit dem Hammer in die Erde geschlagen. Mit der Zeit nervt so etwas schon.
Um fünf Uhr morgens bin ich aufgewacht und da es gerade hell wurde und fast keine Wolken die Sicht behinderten bin ich zwei Stunden etwas umhergewandert.
Morgens im Frühnebel hat es hier schon eine besondere Atmosphäre.
Allerdings zogen um sieben Uhr die Wolkenfelder aus dem Langtang nach oben so das eine halbe Stunde später keinerlei Sicht herrschte und ich im Nieselregen den gesamten Weg den ich von Thulo Syabru in drei Tagen hoch gelaufen bin in rund acht Stunden zurück lief.
Das harte war die letzte Strecke vor Thulo Syabru, da es hier nochmal eine Stunde steil bergauf ging.
Nach 4 Nächten im Snowhotel in Thulo Syabru hat mich die Besitzerin die restlichen Tage zu ihrer Familie nach Kathmandu eingeladen.
 
Um zurückzufahren bin ich nach Syapru Besi gelaufen. Von hier gehen nämlich die Busse nach Kathmandu. Im Gasthaus sagte man mir das der Bus am nächsten Tag um neun Uhr morgens losfährt. Also hatte ich den ganzen Nachmittag f&¨r die heissen Quellen.
Diese sind bescheiden oder sagen wir mal klein. Wie klein habe ich selbst sehen dürfen.
Es gibt drei Minibecken in der Grösse zwei mal zwei Meter. In einem Becken war gar kein Wasser, im zweiten floss nur etwas duch und im dritten Becken sassen sechs Frauen.
Die anderen Frauen wuschen ihre Wäsche in dem zweiten Becken. Nach einer halben Stunde verließ die Frauengruppe das Becken so das ich mich dort kurz hineinlegte. Wenn man sich flach auf den Beckengrund legte war man auch etwas mit Wasser bedeckt.
Kurzum gesagt dies waren die schlechtesten heissen Quellen die ich bisher sah.
 


Am Abend hielt dann noch ein Schamane im Gasthaus eine Session ab. Der Mann der Wirtin hatte Ärger mit der Polizei weshalb die Geister beschwört werden mussten.
Das ganze Ritual dauerte knapp zwei Stunden.
Am Anfang sassen die Leute um den Schamanen und halfen mit, eine Art Knetfiguren mit allen möglichen Tieren und Menschen zu gestalten wobei die Knetmasse aus etwas essbaren hergestellt wurde. Während der Zeremonie sass der Schamane mit seinen Trommeln da und hat versucht die bösen Geister zu vertreiben wobei reichlich Raksi dazu floss.
Zum Ende zogen wir mit der Trommel und einer Fackel durch die Ortschaft und am Ortseingang wurden die Figuren auf die Erde gelegt und die Fackel darüber gelöscht.
Ich habe öfters solche Figuren beim wandern liegen sehen, jetzt weiss ich endlich wieso und wozu diese verwendet werden.

Am nächsten Tag wollte ich dann mit dem Bus losfahren. Nur sagte mir jetzt der Gastwirt das dieser bereits eine halbe Stunde eher gefahren sei und der n&¨chste Bus erst am nächsten morgen wieder fahren würde. Etwas angesauert bin ich also zu Fuss weitergelaufen und habe den verdutzten Wirt stehen lassen. Dieser hatte wohl gehofft das ich noch eine Nacht länger bleiben w&¨rde, aber diesen Gefallen tat ich ihm nicht.
Nach drei Stunden Fussmarsch erreichte ich dann auch meinen Startpunkt in Dhunche. Hier besorgte ich mir auf Anraten des Gastwirtes sogleich ein Busticket für den nächsten Morgen.
Auf dem Rückweg nach Kathmandu war inzwischen aber schon etwas mehr Schlamm und Lawinen herunter gekommen.
Nach einer kurzen Fahrt hiess es mal wieder den Bus zu wechseln. Dabei ging es über bzw durch eine Schlammlawine welche ziemlich frisch war und durch diese versucht wurde ein Motorrad zu ziehen. Das stellte sich aber als ziemlich unmöglich heraus so das selbiges mitten im Schlamm weder vorwärts noch zurück zu bewegen war. Ich konnte mir die Szene leider nicht länger anschauen da ich es ziemlich gef&¨hrlich fand in einem halben Sturzbach im Schlamm zu verweilen, besonders wenn die ganze Zeit Geröll links und rechts vorbeirauscht.
Nach dem zweiten Buswechsel und einer ordentlichen Bergabfahrt hatten wir nochmals eine Zwangspause in denen der Busfahrer die Bremsen seines Gefährtes mit einem Wasserschlauch ungefähr zehn Minuten kühlte.
 
von Dhunche nach Kathmandu mit dem Bus
 
Ich kann mir nicht vorstellen das dies unbedingt gut für die Bremsen ist aber wir erreichten nach 10 Stunden fahrt wohlbehalten Kathmandu.
 
Die letzten Tage verbrachte ich dann noch zusammen mit meinen neuen nepalesischen Freunden in ihrem Haus in Kathmandu. Eine sehr schöne Stadt wenn man Großstädte mag.
Dreckig, laut und hecktisch hat es sich doch auch irgendwie der Charme eines Dorfes bewahrt.
Auf jeden Fall gibt es unendlich viel zu entdecken wenn man durch die Altstadt schlendert. Diese hat sich den Charme von hunderten von Jahren bewahrt.
 
Auf dem Weg zum Flughafen am letzten Tag war mal wieder ein grosser Stau. Normalerweise sollte man ja eine Stunde vor Abflug dort sein. Durch den Stau an einem Tempel kurz vor dem Flughafen und die wirklich schlechten Strassenzustände in der Stadt bin ich 20 minuten bevor der Flieger gehen sollte am Gate gewesen und dachte schon das sie mich nicht mehr einchecken lassen wollten.
Aber kein Problem und kein Stress. Mein Flieger war gestrichen und ich war auf die Maschiene zwei Stunden später  nach Dehli gebucht worden.
Durch meinen billigen Rückflug für 300,-€ über Dehli und Moskau musste ich zwar 12 Stunden in Dehli auf dem Flughafen verbringen aber was tut man nicht alles um ein paar Kröten zu sparen. Insgesamt war ich beim Rückflug 24 Stunden unterwegs

Nach 568 Tagen auf Reisen trat ich meinen Flug für einen kurzen Zwischenstop von drei Monaten in Europa an.
 

Allerdings zogen um sieben Uhr die Wolkenfelder aus dem Langtang nach oben so das eine halbe Stunde sp

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.