Wie baue ich eine Baumschule in der Wüste?

 

Von Trujillo ging es nun für mich mit dem Nachtbus in 7 Stunden und für 35 Soles alleine weiter nach Piura wo ich die nächsten zwei Monate helfen sollte bei Plan Verde Bäume in die Wüste zu pflanzen.

 

 
Samuel legte mit seiner Maschiene noch einen kurzen Stop in Piura auf dem Weg nach Ecuador ein, den wir natürlich nochmals feucht fröhlich feiern mussten. Er hat sein Motorrad ohne Problem in Ecuador lassen können um im Winter zurück zu kommen und weiter durch Südamerika zu fahren.
Piura ist eine etwas grössere Ortschaft die nicht wirklich viel Reizvolles an sich hat.
 
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Plan Verde wurde mir von einem Freund in Berlin empfohlen und meine Zeit in der Wüste war sehr inspirierend.
 
Wir retteten zwei Palmen vor dem sicheren Tod und bauten eine Baumschule mit 5000 Bäumen mit Ralf auf, der ebenfalls einen Monat aus Deutschland zu Besuch war auf.
 
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Dann habe ich gelernt wie man Emco (einen natürlichen Pflanzendünger) herstellt und wie man Holzkohle macht.
 
 
Emko EM 10 ist ein natürlicher, ökologischer Bodenhilfsstoff und Dünger zugleich auf Basis rein organischer Zutaten, vergleichbar mit der Entwicklung von dem
bekannten Produkt „EM 1“ durch den japanischen Agrarwissenschaftler Teruo Higa.
Der Boden wird bezüglich organischer Materie und dem Vorkommen von dominant positiven Mikroorganismen deutlich verbessert.
Der Boden erhält eine deutlich höhere Wasserbindungsfähigkeit und damit einen erhöhten Widerstand gegen Dürre. Das führt zu Wasserersparnis.
Die Keimung des Saatguts wird beschleunigt und der Keimungsgrad wird sogar bei altem Saatgut erhöht, bzw. erst möglich gemacht.
Die Wurzelbildung bei Setzlingen wird eindeutig begünstigt und führt zur schnelleren Bildung eines weit reichenden Wurzelsystems, durch das die Pflanze eine größere Anzahl an Nährstoffen aufnehmen
und verarbeiten kann.
Gesteigertes Wachstum kräftiger, gesunder Pflanzen ist in der ersten Woche nach der ersten Anwendung sichtbar. Die Vielzahl der sofort verfügbaren Elemente kann Mangelerscheinungen der Pflanzen
schnell ausgleichen. Das Pflanzenwachstum, die Blüte und die Fruchtbildung erfolgt deutlich schneller.
 
 
 
Habt ihr schon einmal etwas von Terra Preta gehört oder gelesen?
So wird eine Schwarzerde genannt welche im brasilianischen Regenwald vorkommt und welche von den dort lebenden Ureinwohnern vor Tausenden von Jahren hergestellt wurde und welche sich bisher immer noch im Regenwald befindet. Die Erdschichten sind mehrere Meter dick und der Ertrag auf selbiger Erde um ein vielfaches Höher wie auf normalen Böden unserer heutigen Zeit. 
Nur leider weis man nicht mehr wie die sogenannten primitiven Leute überhaupt solch eine Erde herstellen konnten.
Wenn man den ersten Spaniern die den Amazonas heruntergefahren sind glauben schenken darf dann wohnten dort Millionen von Ureinwohnern in riesigen Städten nur um ein Jahrhundert später komplett ausgerottet worden zu sein.
Die Krankheiten und Seuchen haben den Einwohnern des Amerikanischen Kontinents mehr zugesetzt als alle europäischen Eroberer töten konnten.
Und durch die fruchtbare Erde ist wohl der Regenwald so schnell gewachsen das er die Siedlungen und Städte innerhalb kürzester Zeit unter sich begraben hat.
Jedenfalls kann man mit Emco und einigen anderen Zusatzstoffen etwas Ähnliches wie die Terra Preta herstellen! Oder vielleicht sogar die Originalerde?
 
 
In Gebieten, in denen Terra preta verbreitet ist, trieben frühe Indianervölker wie die Tupí Ackerbau. Man findet diesen für die örtlichen Verhältnisse besonders fruchtbaren Boden in teils meterdicken Schichten in alten und prähistorischen Siedlungsgebieten. Das Vorkommen von Terra preta ist in der tropischen Klimazone Amazoniens und Afrikas nachgewiesen worden.
 
Terra Preta (portugiesisch: schwarze Erde) ist eine Errungenschaft der alten indianischen Hochkulturen im Amazonasbecken. Hochkulturen hielt man bisher in dieser „grünen Hölle“ für unmöglich. Dennoch haben sich dort vor 500 und mehr Jahren 5 bis 25 Millionen Menschen von den Früchten ihrer „Gartenstädte“ ernährt. Das war nur aufgrund naturverbundener Technologien möglich, welche in ihrer Genialität modernen wissenschaftlichen Errungenschaften nicht nachstehen.

In der grünen Hölle im tropischen Amazonasbecken findet man fleckenweise, hier ein paar Hektar dort ein paar Hektar, eine tiefschwarze Erde. Rundherum die typischen ausgewaschenen nährstoffarmen Tropenböden, die nach einer Brandrodung des Regenwaldes 3 bis 5 Jahre mehr schlechte als rechte Erträge bringen und dann aufgegeben werden müssen. Dann plötzlich tiefschwarze Terra Preta mit 10 bis 20 Prozent organischem Kohlenstoff (Humus), bis zu fünffachem Phosphor und Stickstoffgehalt oft über das ganze Bodenprofil von einen Meter und mehr. Da staunt jeder Bodenkundige. Bei uns in der Brandenburger Sandbüchse kämpfen wir mit Böden, die wenige Zentimeter tief 0,5 bis 1 Prozent Kohlenstoffgehalt haben. Mit dem Kohlenstoffgehalt erhält man ein Maß für den Dauerhumusgehalt, der entscheidend für die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit ist. Gute Ackerböden kommen auf 3 Prozent Kohlenstoff und Gartenböden haben selten mehr als 5 Prozent und da machen das Gärtnern und die Erträge schon richtig Freude. Jetzt stellen Sie sich eine Erde vor, die über einen ganzen Meter Mächtigkeit 15 Prozent stabilen organischen Kohlenstoff (Humus) aufweist. Die Mengen an Nährstoffen und Wasser, die so eine Erde speichern kann, die perfekte gesunde Ernährung der Pflanzen, die so ein Boden bereit stellen kann und das Potential für Bodenleben wie Bakterien, Pilze und Regenwürmer
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Quelle: http://www.triaterra.de/Terra-Preta/Geschichte-und-Theorie-der-Terra-Preta

 
Kann Erde gegen Klimawandel helfen?

Seit zwei Jahren untersuchen Gießener Wissenschaftler die Terra Preta. In komplizierten Messreihen wollen sie herausfinden, ob die schwarze Erde tatsächlich gegen den Klimawandel eingesetzt werden kann, weil sie Kohlenstoff langfristig im Boden speichert. Denn Kohlenstoff ist Bestandteil des Kohlendioxids, das für die Klimaerwärmung mitverantwortlich gemacht wird.

Einer der Pioniere der Terra Preta-Forschung ist der Bodenkundler Bruno Glaser, der an der Universität Halle lehrt. Es sei inzwischen ein "Hype" um die Terra Preta entstanden, erzählt Glaser. Die Forscher versuchen, eine der Terra Preta ähnliche Erde zu entwickeln.

Sie verkohlen Pflanzenreste in speziellen Pyrolyseöfen unter Sauerstoffausschluss und bei Temperaturen um die 450 Grad Celsius – so hat auch Sonja Schimmelpfennig ihre Biokohle hergestellt. Dann geben die Wissenschaftler nährstoffreiches organisches Material hinzu, zum Beispiel Biomasse-Abfälle, und kompostieren beides zusammen.

Quelle: 

 
 
Schließlich habe ich es endlich geschafft den Blog so herzurichten wie du ihn gerade liest und ich habe sehr viel über Neem und Moringa Bäume und Pflanzen überhaupt lernen können.
 
Wir haben noch Colan sowie Paita, zwei Fischerdörfer besucht und sind um eine kleine Insel von La is Lilla aus geschifft.
 
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Diese Inseln sind wohl die Gallapagos für die ganz armen. Jetzt reicht es mir aber auch mit den Inseln für arme….
 

 
Nun weiss ich was es mit Palo Santo (ein heiliger Baum) auf sich hat und wie man am besten ein Buch verlegt. Jetzt muss ich nur noch eines schreiben 🙂
Zwischendurch habe ich mir noch mit Sabine, die einen kurzen Stop in Piura gemacht hat, Tucume angeschaut.
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Das sind Lehmziegelpyramiden die aber noch unspektakulärer wie die in Trujillo sind. Ehrlich gesagt sieht man hier nur riesige Steinhaufen, pardon Lehmziegelhaufen die nach nichts ausschauen. Es gibt wohl auch Ausgrabungen welche man aber nicht besichtigen kann.
Von Piura nach Tucume fährt man drei Stunden bzw man fährt erst einmal nach Lambayeque für 15 Soles und dann noch eine halbe Stunde für 2 Soles nach Tucume.
 

 
Von Tucume ist es ein kleiner Fussmarsch von 20 Minuten an Reisfeldern entlang zu den Ausgrabungsstätten und Steinhaufen.
Das merkwürdige an der Ortschaft ist das man von Piura drei Stunden durch die grösste Sandwüste südamerikas fährt um im Anschluss zwischen Reisfeldern und Pyramiden zu stehen.
 
Wer sich für die Arbeit von Plan Verde interessiert dem sei ihre Internetseite oder ihre Facebook Seite sehr ans Herz gelegt!
Im übrigen freuen sie sich über jede noch so kleine Spende!
Ich bedanke mich hiermit noch einmal recht Herzlich für die tolle Zeit in Piura!
 

 
Kurz gesagt, die zwei Monate vergingen bei Elke und Stephan von Plan Verde wie im Fluge und da mein Visum zu Ende war und ich auch noch etwas herumreisen wollte habe ich mich in den Nachtbus gesetzt und bin in 11 Stunden für 17 Dollar weiter nach Guyaquil in Ecuador gefahren.
Die Grenzkontrollen waren nur prophylaktisch.
Man bekommt in einem grossen Raum seinen Ausreisestempel und am Schalter daneben seinen Einreisestempel für Ecuador. Dann muss man warten bis alle Leute aus dem Bus ihre Stempel abgeholt haben und kann anschliessend weiterfahren.
 

Ein Kommentar

  1. Grossartige sache das bepflanzen in Wüstengebieten. Ich reiche Eure ideen hier weiter.

    Noch ne Frage : in den 60iger jahren versuchte in Marokko eine Engländerin bei Bousada in der Wüste einen Grüngürtel zu pflanzen der sich quer über Afrika ausbreiten sollte, mit Hilfe der dortige ortsbewohner.

    Stand mal im Readers Digest. ist aber zu lange her für Google.

    Danke für den inspirierenden bericht.

    Gottfried aus Amsterdam

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