Wie komme ich preiswert zum höchsten Wasserfall der Welt? - von Ciudad Bolivar zum Angel Fall und weiter durch die Gran Sabana nach Santa Elena

Ciudad Bolivar ist eine kleine verschlafene Stadt am zweitgrössten Strom in Südamerika, dem Orinoco.
Die alten Kolonialhäuser haben mir sehr gefallen und es ist verwunderlich das die Stadt nicht auf der Liste der Weltkulturerbe steht.
Allerdings werden ab 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und man ist nur noch alleine auf den Strassen und bekommt ab dann auch fast nichts mehr zu essen in der Altstadt. Merkwürdig, wo doch auch hier einige Touristen auf dem Weg zum grössten Wasserfall der Welt, dem Angel Fall durchkommen.
 
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Am ersten Abend wusste ich nichts davon und musste mich später mit dem Nationalgericht, ein paar Hot Dogs zum Abend sättigen. Die Dinger sind zwar nicht so schlecht hier aber zum Abend esse ich doch gerne etwas anderes.
 
Ich habe mich dann noch breitschlagen lassen und habe eine dreitägige Tour zu den Angel Falls mitgemacht.
 
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Die Preise liegen Momentan bei rund 200,- Dollar, plus minus ein paar Prozent je nach Wechselkurs.
Vielleicht sah ich auch so arm aus das sie bei mir gleich niedriger ansetzten
Hatte mich vorher erkundigt und der normale Preis liegt bei 250,- bis 300,- Dollar.
Unbedingt Dollar nach Venezuela mitbringen und vor Ort schwarz tauschen.
 
Ich konnte über PayPal bezahlen und habe dadurch die Tour machen können.
Habe auch einen guten Wechselkurs für die umgerechneten Dollar bekommen.
Die sind in der Altstadt von Ciudad Bolivar. Sehr nette Betreiber und der Tourguide konnte auch super Englisch.
Die haben mich weitervermittelt an Kavac Excursion.
War alles etwas Chaotisch da ich relativ kurzfristig mit bin und dummerweise am Wochenende jede Menge Leute dabei waren.
Also wenn die Möglichkeit besteht solltest du den Wasserfall unter der Woche besichtigen.
Ansonsten ist alles ziemlich professionell und die Leute werden gut durch die Tage geschleust.
 
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Man muss auch bedenken das die Agenturen alles nur Reseller sind und selbst zwischen 10% bis 50% draufschlagen.
Am Flughafen sitzen auch noch etliche Agenturen die man abklappern kann.
Die Preise in den von mir verglichenen Agenturen waren relativ identisch, nur die jeweiligen Umtauschkurse haben sich doch zum Teil erheblich unterschieden.
Fast jede Agentur hat die Möglichkeit das man mit einer Überweisung auf ein ausländisches Konto bezahlt.
Also wenn man sein Geld auf dem Schwarzmarkt vorher tauscht dann kommt man mit den Touren meist besser weg!
 
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Eine andere Möglichkeit ist direkt nach Canaima zu fliegen und vor Ort die jeweiligen Lodgen und Touranbieter abklappern.
Das ist wahrscheinlich die preiswerteste Alternative. Jemand erzählte mir das er dort die Tour für 90,- Dollar machen konnte.
Das viel bei mir leider aus da mir die nötigen Bargeldreseven fehlten.
 
Viel spass und Glück mit dem Wetter!
 

 
Die Sicht direkt am Salto Angel war dann doch eher bescheiden weil dort gerade ein ordentlicher Wind herrschte und man eher unter einer Dusche stand als vor einem 1 km hohen Wasserfall. Wir sind abends angekommen und da war eigentlich gute Sicht aber zu wenig Zeit bis es dunkel wurde um zum Wasserfall zu laufen.
Am nächsten morgen hingen dann die Wolken so tief das wir nicht viel von ihm sahen da wir eine der ersten Gruppen waren die morgens dort ankamen.
Als wir nach drei Stunden zurück am Lagerplatz waren waren die Wolken aufgeklärt und man hatte nochmal einen schönen Blick auf den Fall.
 

 
Beim Mittagessen kamen dann auch schon die nächsten Gruppen mit ihren Langbooten an und wir brachen zum Ausgangspunkt nach Canaima auf. Bevor wir allerdings in unsere Unterkunft welche direkt an der Lagune mit einem Panoramablick auf die Wasserfälle lag, zurück sind haben wir noch einen Stop am Salto El Sapo gemacht.
Ein sehr eindrucksvoller Wasserfall unter welchem man durchlaufen kann.
 
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Also man läuft praktisch hinter dem Wasserfall direkt an der Felswand einige Minuten entlang und wird dabei natürlich ordentlich Nass. Am Ende kann man dann noch in einem Naturpool baden und sich erfrischen. Das war neben dem Salto Angel noch ein Highlight.
 
Die ganze Tour möchte ich nicht missen auch wenn wir mit hunderten von Touristen hier unterwegs waren. Sie war leider etwas Kurz mit drei Tagen.
 
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Zurück in Ciudad Bolivar genoss ich nochmals zwei Tage die Ruhe in der Posada Don Carlo um den Bus zu nehmen welcher mich in 11,5 Stunden für 220 Bfs nach Santa Elena an der Grenze zu Brasilien bringen sollte.
Ich nahm extra den Bus am Tage da ich gelesen hatte das die Landschaft die man durchquert toll sein soll.
 
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Man fährt nämlich durch die Gran Sabana und sieht in der Ferne Roraima was auch wirklich fantastisch anzusehen ist.
Allerdings fängt die Hochebene erst die letzten drei Stunden vor Santa Elena an so das man von Ciudad Bolivar getrost den Nachtbus nehmen kann ohne etwas grossartiges von der Umgebung zu verpassen.
Der Bus hatte dann auch mal keine Klimaanlage und somit auch keine geschwärzten Fenster so dass ich eine super Sicht auf die Gegend hatte. Diesmal hatte ich mir aber extra meine dicke lange Hose angezogen so das es doch recht warm wurde im ersten Bus in Venezuela der keine Klimaanlage hatte.
Auf dem Weg war dann auch ein Checkpoint der uns Filzte und bei dem ich mich bis auf die Unterhosen ausziehen konnte. Er suchte nach Dollar, hat aber irgendwie nicht geschnallt das ich Richtung Brasilien unterwegs war und somit meine Dollar schon alle ausgegeben hätte wenn ich denn überhaupt welche gehabt hätte.
Zum Schluss begrüsste er mich auch noch in Venezuela. Das nicht die hellsten Köpfe beim Militär arbeiten war mir schon klar aber der war nochmal extra dämlich.
 
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Da ich nur noch 30 Bfs dabei hatte und es bereits 18 Uhr in Santa Elena war bin ich von der Busstation in die Innenstadt gelaufen um von hier ein Sammeltaxi zur Grenze zu nehmen.
Im Dunkeln mit seinem Rucksack an der Landstrasse herumzulaufen ist bestimmt nicht die beste Idee aber was sollte ich machen mit den paar Kröten (knapp ein Euro).
Nachdem mir ein Einheimischer netterweise gezeigt hat wo denn die Sammeltaxis fahren war es natürlich schon 7 Uhr.
Nach einer halben Stunde warten und der Aussage das die Grenze wahrscheinlich um acht Uhr zumachen würde bin ich doch noch eine Nacht in ein Hotel in Venezuela eingecheckt.
Nun war es natürlich auch zu spät noch etwas Geld auf dem Schwarzmarkt zu wechseln so dass ich mal wieder mit einem Hot Dog zum Abend vorlieb nehmen musste.
Am nächsten morgen konnte ich dann nochmals 10 Euro zum Kurs von 1:30 tauschen und machte mich nach einem guten Frühstück mit Empenadas auf den Weg zu Grenze.
 
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Die Venezuelaner waren natürlich mal wieder an meinem Gepäck interessiert und nahmen auch alles schön auseinander.
Das war jetzt das dritte mal das ich in Venezuela kontrolliert wurde. Nach den Berichten die ich vorher gelesen hatte fand ich den Schnitt gar nicht so schlecht. In Kolumbien war definitiv mehr Militär auf den Strassen und es gab auch mehr Checkpoints. Allerdings haben sie in Kolumbien die Touristen in Ruhe gelassen und nur die Einheimischen kontrolliert. Hier in Venezuela war es eher umgekehrt da die Touris natürlich mehr Geld dabei haben.
An der Grenze wurde die Zeit umgestellt und ich war dummerweise gerade um ein Uhr mittags in Brasilien so das ich erst einmal eine Stunde warten konnte um meinen Einreisestempel zu bekommen, da die Brasilaner von eins bis zwei eine Stunde Mittagspause machten.
 

 

 

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